Montag, 30. Mai 2011

Wer hat die Kokosnuss geklaut?


Gestern Vormittag sind wir in Lopburi angekommen. Hier leben ca. 12.000 Menschen und mindestens genau so viele Affen. Es handelt sich hierbei um eine richtige Plage. Nachdem wir ein Hostel gefunden hatten, haben wir uns aufgemacht um die Stadt zu erkunden. Suchen muss man nach den Affen nicht. Sie sitzen auf jedem Strom-Mast, auf den Straßenlaternen, unter Autos, auf Rollern, in Ladeneingängen, in Regenrinnen und insbesondere die Tempelruine inmitten der Stadt ist ihr Hauptwohnsitz. Man kann sich das ungefähr wie die verrückte Affenbande aus dem Dschungelbuch vorstellen - oh schubidu! Vor der Tempelrouine befindet sich ein Brunnen, den die Affen als Pool benutzen. 
 

















 Julien und ich haben heute eine Viertelstunde fasziniert zugeschaut, wie die Affen kopfüber in das Wasser gesprungen sind und geplantscht haben wie Kinder. Die Einwohner sind nicht immer so begeistert von der autonomen Affenbande und einige Männer scheinen den ganzen Tag vor ihren Läden zu sitzen, mit Stöcken und Softair-Pistolen bewaffnet, um Eindringlinge zu vertreiben. Ich muss gestehen, dass die kleinen pelzigen Kerle zwar sehr putzig sind, aber gar nicht so ohne. Als ich vorhin unter einem durchgelaufen bin, sah er seine Banane scheinbar bedroht und wollte mir eins auswischen. Seitdem hat Julien auch seinen Plan verworfen, Nüsschen zu kaufen, um sie aus der Hand zu füttern. Heute Nachmittag habe ich mich dann ernsthaft mit einem angelegt, als er meine Taschentücher vom Tisch klauen wollte. Meine Taschentücher hab ich wieder, aber dafür zwei Kratzer auf der Hand. By the way - Letzte Nacht habe ich auch nur ca. 3 Stunden geschlafen, weil ich die Affen um unser Zimmer klettern gehört habe und die ganze Zeit dachte, sie brechen durch das Moskitonetz ein.
Abgesehen von der Affenplage und dem ein oder anderen Tempel hat Lopburi nicht so viel zu bieten, außer vielleicht dem dicksten Hund Thailands (s. Bild), daher machen wir uns nach einer Übernachtung auch schon wieder auf in Richtung Norden.
Den Tag heute versuchen wir in allen möglichen Geschäften und Restaurants mit AC zu überstehen, da die Hitze unerträglich ist. Heute Abend besteigen wir dann den Nacht-Zug nach Chiang Mai – hoffentlich ohne Affen.
Lopburi Fotos auf Picasa 

Samstag, 28. Mai 2011

Bangkok und Ayuthaya


Drei Tage haben wir in Bangkok verbracht und ich freue mich schon darauf, Ende Juli wieder zu kommen. Diese Stadt gefiel mir von Anfang an und wenn man gelernt hat, die wirklich hilfsbereiten Leute von den Schleppern zu unterscheiden, läuft auch alles. 

Die berüchtigte Touristenmeile Khao San Road ist etwas anstrengend, aber in den Bars spielen abends live Bands und Julien ist ganz hin und weg von den ganzen Straßenständen. Fleischspieße, Nudeln (Pat Thai), Obst, Crepes, Milchshakes, Cocktails, es gibt nichts, was man nicht an einem fahrenden Stand kaufen könnte. Sogar einen fahrenden Döner-Stand habe ich gesehen.

In den Gassen rund um die Khao San Road kann man super shoppen, was dazu führte, dass wir eine Tasche mit alten Klamotten im Hostel gelassen haben, um Platz für neue, insbesondere luftigere Kleidung zu schaffen. Nachdem wir das chinesische Viertel erkundet haben (man kommt sich echt vor wie in China dort) und Julien auch den örtlichen McDonalds getestet hat, sind wir am Freitag Vormittag zum Bahnhof aufgebrochen und mit dem Bummelzug weiter nach Ayuthaya gefahren. Das Zugfahren war denkbar einfach. Von einem Taxi am Bahnhof abgesetzt konnten wir am Fahrkartenschalter auf Englisch unsere Fahrkarten kaufen. Die Zugfahrt selbst war easy und dauerte nur eineinhalb Stunden. Der Fahrkartenkontrolleur war bemerkenswert freundlich (wir sind aus Indien jetzt anderes gewohnt). Er fragte uns wo wir hinfahren möchten, kurz vor dem Ziel gab er uns Bescheid dass die nächste Station unsere ist.


Ayuthaya war im 17. Jahrhundert die Hauptstadt des damaligen Siams und quillt nur so über vor lauter Tempelruinen, die man am besten mit dem Fahrrad erkundet. Neben unserem Hostel verläuft direkt der Fluss, auf dem täglich mehrere Karaoke-Boote fahren, welche es scheinbar schaffen, die schlechtesten möchte-gern Sänger an Bord zu nehmen. Mitten in der Stadt gibt es eine Elefanten-Farm, die Ausritte und Shows anbietet. Über den Zaun haben wir eine der Shows verfolgt. Die armen Dickhäuter müssen sich total zum Affen machen und zur Musik mit ihren dicken Hintern wackeln oder Männchen machen, ätzend. Möchte ich keinen Baht für ausgeben. Morgen geht es mit dem Zug weiter nach Lobpuri. Wir freuen uns schon das hiesige Hostelzimmer verlassen zu können da es einer indischen Mittelklasse-Unterkunft entspricht, ich sage nur mal wieder: Ameisen.
Bangkok und Ayuthaya Fotos auf Picasa 

Dienstag, 24. Mai 2011

Goodbye India...

So schnell kann's gehen, jetzt sind 5 abgefahrene Wochen in Indien schon um. Ein wahnsinnig schönes und interessantes Land, mit vielen Herausforderungen für Reisende, die sich mal an ihre Grenzen wagen möchten :-) Viele Orte stehen auf unserer "dort möchten wir mal wieder hin"-Liste.


Gestern war mal wieder Reisetag. Pünktlich um 5:30 kam unser Taxi um uns von Mamallapuram nach Chennai an den Flughafen zu fahren. Um uns den Abschied von Indien zu erleichtern wurde das Flughafenpersonal (zumindest nehm ich das an) dazu angehalten uns gegenüber maximal unfreundlich zu sein. Worte wie "Hallo", "Danke" und "Bitte" hat das Personal nicht verwendet und sehr grimmig geschaut. Nachdem unsere Taschen gefühlte 100 mal an verschiedenen Stellen durchleuchtet wurden flogen wir dann über Mumbai nach Bangkok. Dort angekommen fühlten wir uns wie in "Zurück in die Zukunft". Der Flughafen ist total futuristisch, stylisch, klimatisiert und ungewohnt sauber. Unsere Verwunderung nahm noch zu als wir von einem freundlichen Taxifahrer zu einem komfortablen, klimatisierten Taxi geführt wurden und er uns direkt zu unserem Hotel fuhr. Ganz ohne zu fragen ob wir nicht in einem anderen Hotel günstige Zimmer möchten wofür er dann Provision erhält. Unterwegs im Taxi mussten wir kurz innehalten, irgendetwas stimmte nicht... Ah richtig, hier hupt ja keiner, unfassbar diese Ruhe...
Das Hotel ist eine super Backpackerunterkunft mit allem was man so braucht. Kühlschrank mit viel Bier, lecker Essen, Waschmaschinen und einem Reisebüro. Heute morgen dachte ich ich träume, zunächst fiel mir ein Flyer von McDonalds ins Auge. Es gibt hier einen 24 Stunden Lieferservice. Anschließend bot mir die Dame vom Hotel-Reisebüro an, unsere Vietnam Visa zu beantragen und abzuholen. Das ganze war schon fast zu viel Komfort für mich, ich musste erstmal auf unser Zimmer zurückgehen und mich sammeln. In Indien habe ich 10 Tage gebraucht um Zugtickets zu bekommen. Ich möchte mir gar nicht ausmalen wie lange ich gebraucht hätte um dort Visa zu beantragen.

Jetzt geht es erst einmal auf Entdeckungstour in die Metropole Bangkok... In zwei Tagen ist unser Vietnam-Visum fertig, dann geht es weiter mit dem Reisen. Solange genießen wir unser klimatisiertes Zimmer und hoffen, dass die indischen Ameisen, die ich in meinem Rucksack versehentlich eingeführt habe, die einzigen Insekten in unserer kleinen Oase bleiben.

Donnerstag, 19. Mai 2011

Welcher Tag ist heute eigentlich?


Nachdem wir gelernt hatten wie man in Indien Bus fährt sind wir mit einer Riksha von der Bushaltestelle aus in den Ort Mamallapuram gefahren. Hierbei taucht ein weiteres Alltagsproblem auf das wir im letzten Eintrag vergessen hatten zu erwähnen: Unsere Rucksäcke sind einfach zu groß für Rikshas. Das Ein- und Aussteigen ist entsprechend mühsam da wir durch eine sehr schmale Tür einsteigen müssen um dann die Rucksäcke irgendwie auf unseren Schoß bugsieren. Ich vermute unsere Ein- und Ausstiegsprozedur ist von außen sehr lustig anzusehen...

In Mamallapuram angekommen klapperten wir erstmal einige Hostels ab, ließen uns die Zimmer zeigen und verhandelten Preise. Wir werden eine Woche hier bleiben und haben deshalb keine Mühe gescheut ein Zimmer zu finden das uns zusagt. Die Suche hat sich gelohnt, unser Zimmer ist sauber und hat ausreichend Fenster um gut zu lüften. Gegenüber wohnt eine Engländerin die mit Ihren drei Kindern vier Monate lang Indien bereist. Das kleinste Kind ist 22 Monate alt und es ist schon beeindruckend wie sie das alles auf die Reihe bekommt. Die ganze Familie ist heute Morgen mit einem Moped zum Tempel gefahren...Sehr indisch...

Am unserem ersten Tag hier erkundeten wir mit einem kleinen Motorrad die Umgebung auf der Suche nach einem schönen Strand. Inzwischen sind wir mit den „Verkehrsregeln“ vertraut:
Je größer desto Vorfahrt.
Da wir keinen richtigen Badestrand finden konnten verbrachten wir den Tag mit Motorradfahren. Das tragen von Schuhen und Motorradkleidung ist hier nicht wirklich gängig. Der Schalthebel des Motorrads ist daher so modifiziert dass man komfortabel mit Flip-Flops schalten kann.
Auf unserer Tour begegneten uns Kühe, überholende Busse, Ziegen und eine Siedlung die von der Karl-Kübel-Stiftung finanziert wurde. Den Eingang zur Siedlung schmückt dieser Torbogen mit der sehr originellen Aufschrift:


Da es hier unerträglich heiß ist verbringen wir einen Großteil des Tages im Schatten und lesen. Morgens fällt regelmäßig zwischen sieben und acht Uhr der Strom aus, daher stehe ich recht früh auf und trinke den ein oder anderen Tee an einem Straßenstand. Kathi schafft es irgendwie auch ohne Ventilator weiter zu schlafen. Abends gehen wir in einem der Restaurants essen. Vorgestern sind wir anschließend in eine Bar am Strand gegangen und haben mit einigen Indern ein wenig Bier getrunken und Karomm gespielt. Am Wochenende scheint man dort ganz gut feiern zu können...

Kommenden Montag verlassen wir Indien und fliegen früh morgens nach Bangkok. Das ist zumindest der Plan, kann natürlich auch sein dass wir unseren Flug verpassen. Da die Tage hier so schnell vorübergehen fragen wir uns nämlich häufig gegenseitig:
Welcher Tag ist heute eigentlich ?

Mamallapuram Fotos auf Picasa 

Mittwoch, 18. Mai 2011

Ballermann der Inder

Da es sich momentan etwas schwierig gestaltet, ein Hostel mit Wlan zu finden - wir legen mittlerweile mehr Wert auf geruchlose und Ameisen-freie Zimme - können wir die Blogs leider nur recht unregelmäßig uploaden. Mittlerweile befinden wir uns in dem kleinen Örtchen Mamallapuram. Dazu aber mehr im nächsten Blogeintrag.
Letzten Freitag ging es mit dem Nachtzug wieder auf die Gleise Richtung Norden. Nach 6 Stunden ohne Schlaf meinerseits (Julien konnte das Schnarchen unseres Bettnachbars besser ausblenden) erreichten wir um 06:00 Villapuram, von dort ging es mit dem Regionalzug weiter nach Pondicherry (indisch: Puducherry), einer ehemaligen französischen Kolonie.
Pondicherry zeichnet sich durch französische Straßennamen, kleine Cafés und ungewohnt saubere Straßen aus. Viele Einwohner sprechen zudem Französisch und die Polizisten tragen tatsächlich noch die französischen Kepis.
Die Stadt liegt direkt am Meer, allerdings gibt es keinen Sandstrand. Dafür eine schöne Uferpromenade, die den Indern als Ballermann dient. Haufenweise kleine Buden verkaufen Eis, indische Snacks und Spielzeug. Ganze Großfamilien spazieren in großen Gruppen die Promenade entlang. Als ich so auf meinem Ufer-Mäuerchen saß und der untergehenden Sonne zusah, kam nicht wirklich Romantik auf. Kleine Kinder zeigen rigoros mit dem Finger auf mich und werden von den Eltern zum Winken animiert, Mädchengruppen gehen kichernd an mir vorüber und trauen sich dann doch mich um ein gemeinsames Foto zu bitten. Pondicherry ist Unionsterritorium und Alkohol im Vergleich zum restlichen Indien aufgrund niedriger Steuersätze richtig billig. Daher kann es schon mal passieren, dass sich die sonst sehr zurückhaltenden jungen Männer einem vor die Füße werfen und am laufenden Band anquatschen.
Direkt an der Uferpromenade entdeckte Julien doch tatsächlich einen Döner, der auch noch richtig gut war. Das war etwas, was ich in Indien nun wirklich nicht erwartet hätte. Da mir ab und an etwas herunter fiel, habe ich mir auch gleich noch einen Platz im dortigen Hunderudel gesichert.
In einer Bar haben wir Abends einen jungen Kerl kennengelernt, der in dem fast leeren Laden doch auffallend nahe bei uns saß, sodass wir ins Gespräch kommen mussten. Da sich indische Freunde untereinander aus meiner Sicht so verhalten wie deutsche Freundinnen, saß er dann auch fast auf Juliens Schoß, einen Arm um ihn gelegt ;-) Seine Fragen nach unserem Familienstand und unserer Religiosität haben ihn dann aber doch sehr verwirrt, sodass wir letztendlich behauptet haben, zumindest an Weihnachten in die Kirche zu gehen, um sein Weltbild wieder einigermaßen herzustellen. Nach einem ausführlichen Fotoshooting und dem Austausch von Emailadressen haben sich unsere Wege wieder getrennt. Allerdings möchte er die Bilder in Originalgröße geschickt haben... ich habe so meine Befürchtungen als Poster zu enden...
Montag Morgen war der Plan ganz easy mit einem der x Busse, die täglich zwischen Pondicherry und Chennai pendeln, nach Mamallapuram zu fahren. (Im Reiseführer standen allerdings keinerlei Tips dazu, wie man überhaupt erst mal in einen solchen Bus rein kommt!) An der Busstation fahren im 10 Minuten Takt Busse ein, die mit dem Schriftzug Chennai ECR gekennzeichnet sind, alles Busse mit denen wir laut Informationsschalter fahren können. Wir haben dann jmd. gefragt, wie wir in einen solchen Bus kommen und die Antwort war: "You have to run, to get a seat." Tatsächlich sieht es wie folgt aus: Sobald die Busse in Sichtweite sind stürzen Leute noch während der Anfahrt darauf zu und springen in die offenen Türen oder werfen ihre Taschen und Handys durch die Fenster um sich Plätze zu reservieren. Man kann sich also vorstellen, dass Julien und ich das Schauspiel einige Male mit offenem Mund verfolgt haben, bis wir Teil davon wurden. Mittlerweile sind wir recht gut darin, da wir mehrmals den Bus wechseln mussten, bis wir einen Busfahrer fanden der uns mitnahm. Denn der Busfahrer ist allmächtig und wenn er nun mal keine Lust hat in jedem Kaff zu halten, nimmt er die Leute die dorthin möchten einfach nicht mit. Erfahrung: Einsteigen, losfahren lassen, dann erst sagen an welchem Zwischenstop man aussteigen möchte. :-)
Ansonsten ist das Busfahren aufgrund fehlender Türen und offener Fenster in Indien richtig angenehm und interessant, da man viel vom Land sieht.
Nun noch das Special für Ralf zum Thema tägliche Probleme des Alltags:
Jaja Ralf, ich ahne Du möchtest hier spannende Geschichten über verzweifelte Toilettensuchen lesen, aber leider gibt es die nicht :-) Das Schlimmste sind die Zugtoiletten, aber auch die sind ertragbar. Toilettenartikel kann man in jedem der zahlreichen Tante Emma Läden kaufen und jedes Hostel bietet einen Laundry Service für die Wäsche an (manchmal mit der Kunst weitere Flecken auf die Shirts zu zaubern, aber zumindest riecht alles sauber). Das Zugfahren hier ist jedes mal eine Herausforderung, da es keine Durchsagen in den Nachtzügen gibt und wir immer abschätzen müssen wann der Zug im Zielort sein müsste um dann bei jedem Bahnhof raus zu springen und die Leute zu fragen, wo wir gerade sind. Ein weiteres Alltagsproblem ist das Wechselgeld: Die größten Scheine hier sind 1000er, also umgerechnet ca. 15 Euro, wobei man damit außer in einem Hostel nicht bezahlen kann. Oftmals haben die Läden schon Probleme auf einen 100er (1,50) rauszugeben, auch wenn gerade 5 Leute vor einem bezahlt haben ist kein Wechselgeld da. Rikschfahrer wollen grundsätzlich nicht rausgeben können um das Wechselgeld notfalls behalten zu können, also checken wir immer vor dem Rikschafahren, ob wir Kleingeld haben. In vielen Regionen Indiens gibt es mehrmals täglich Stromausfälle, doch auch damit lernt man zu leben. Doof nur, wenn Morgens von 7:00 - 9:00 der absolut notwendige Ventilator nicht geht.

Samstag, 14. Mai 2011

Kultur und Pizza in Madurai

Nach der ersten relativ kurzen Nacht in Madurai in dem eher alternativen Hotel waren wir gestern so fertig und Kopfschmerz geplagt, dass uns das neue Hotelzimmer mit Klimaanlage wie eine Oase vor kam. Wir haben uns darin eingeschlossen und es lediglich zum Abendessen verlassen. Die Rooftop-Bars hier im lauten und chaotischen Madurai sind ein echtes Highlight, zumal aufgrund der derzeitigen Wahlen abends massenweise Feuerwerke abgefeuert werden. Das indische Essen kann ebenfalls was, es sei denn man vergisst – so wie ich – den Koriander darin abzubestellen. Naja, mal wieder was für die Figur getan.
Heute haben wir uns in das Getümmel der 1,2 Millionen Einwohner Stadt gewagt. Sobald man das Hotel verlässt, wird an von Taxi und Rikscha-Fahrern mit Angeb
oten bombardiert und so haben wir uns kurzerhand ohne große Verhandlung einen Fahrer für den ganzen Tag gemietet. Da wir direkt auf sein erstes Angebot eingegangen sind (umgerechnet 5 €), gehe ich mal davon aus, dass es für ein guter Verdienst ist, wir hatten trotzdem das Bedürfnis ihm bei nächster Gelegenheit noch eine kalte Cola zu kaufen.
Erster Stop war „Domino's Pizza“, da wir heute Morgen das Frühstück verschlafen hatten. Dies ist eine Kette, ähnlich Pizza Hut, und unglaublich lecker. Wobei ich das vermutlich gerade nicht objektiv beurteilen kann, ich war auf Pizzaentzug. (Shame on us – unsere Rechnung war doppelt so hoch wie das Gehalt unseres Fahrers.)
Danach ging es zum Mahatma Gandhi Musem. Die erste kostenlose Sehenswürdigkeit in Indien. Gezeigt wird die indische Kolonialgeschichte ab 1498 bis zu Gandhis Ära, sowie Gandhis Brille, seine Latschen und sein letztes Leinentuch (laut Beschilderung „blood-spilled (original)“). Allerdings ist das Gebäude an sich schon einen Besuch wert.

Danach haben wir den Sri-Meenakshi-Tempel besichtigt. Es handelt sich dabei um die Heimat der dreibrüstigen fischäugigen Göttin Meenakshi Ammam. Erbaut 1560 umfasst der Tempelkompex insgesamt 6 ha. Vor dem Betreten muss man die Schuhe ausziehen, nicht-Hindus dürfen bestimmte Bereiche des Tempels dabei nicht betreten. Im Tempel gibt es noch eine Verkaufshalle in der man sich mit dem ganzen heiligen Krempel eindecken kann, der sich normalerweise auf dem Armaturenbrett von Taxis befindet: kleine gläserne Gottheiten, Blütenkränze, bunte Wackelbilder mit Göttern, usw... Ich konnte mich gerade so zurückhalten Euch Allen Wackelbilder zu kaufen ;-)
Auf der Rückfahrt zum Hotel mussten wir uns noch ein wenig gegen Schlepper wehren, denn Madurai ist die Stadt der Stoffe und der Schneider. Sie baten mir an, innerhalb kürzester Zeit meine Kleidung, die ich an hatte zu kopieren und nach zu schneidern. Ich habe dann erklärt, dass ich diese Bluse nicht ein zweites mal benötige, ich bin Verfechter der Vielfältigkeit was Kleidung angeht. Irgendwie kam das aber nicht an...
Heute Abend geht es mit dem Sleeper Zug weiter nach Pondicherry, Steak und Bier, ich komme!

Donnerstag, 12. Mai 2011

Wo geht’s denn bitte nach Backpackistan ?


Unseren Strandurlaub haben wir in Ermangelung an Alternativen ordentlich verlängert. Insgesamt haben wir 10 Tage in Varkala in unserer Bambus-Hütte verbracht. Tolle Zeit... Wir hatten recht bald zwei sehr lustige Engländer kennengelernt und viel Zeit zusammen verbracht (Zitat Kathi "der Vorteil; neben Briten wirkt man immer braun"). Nachdem ich der indischen Sonnenschirmverleih-Mafia durch Kauf eines Sonnenschirms ein Schnippchen geschlagen habe lagen wir häufig im Schatten unseres eigenen Sonnenschirms am Strand. Die Wellen in Varkala waren sehr hoch, zum Schwimmen also weniger geeignet. Dafür umso besser zum Bodyboarden. Am Strand gibt es Rettungsschwimmer von denen wir jedoch nicht so genau wissen ob sie Schwimmen können. Ihr Hauptaufgabe ist das verscheuchen von indischen Gaffern, die von westlichen Frauen in Bikinis an den Strand gelockt werden.

Was machen Engländer und Deutsche denn nun wenn sie an so einem Ort zusammenkommen ? Bier trinken natürlich... So gut wie jedes Strandrestaurant schenkt in Varkala Bier und Cocktails aus. Die Preise sind für deutsche Verhältnisse fast geschenkt, für indische natürlich horrend. Eine Schanklizenz hat keines der Restaurants. Es gibt daher alle vorstellbaren Variationen das ausgeschenkte Bier zu verbergen. Das fängt beim einpacken der Flaschen in Zeitungspapier an und hört beim Ausschenken von Bier in Kaffeebechern auf. Wir durften auch einer Polizeirazzia beiwohnen. Erst kam die Bedienung durch die Bar gerannt und hat alle Flaschen unter den Tischen versteckt. Dann kam die Polizei mit Taschenlampen und hat geprüft dass auch alles ordnungsgemäß versteckt ist... Da hat wohl jemand sein Bestechungsgeld nicht gezahlt... Das ganze brachte ordentlich Pepp in den bis dahin nur mäßig spannenden Abend.

Nebenbei sind Kathi und ich so braun geworden wie wir wohl nur selten oder nie vorher waren. Kathi hat eine wunderschön schimmernde Farbe bekommen, ich sehe leider eher dreckig aus...

















Schade dass diese schöne Zeit nun schon vorbei ist. Wir haben schlussendlich Zugtickets nach Madurai bekommen. Die Zugfahrt war sehr angenehm, wir fuhren alleine in einem erste Klasse Schlafabteil. Hat auch nur lächerliche 6 Stunden gedauert. Da wir nachts um 11:30 in Madurai ankamen waren unsere Ansprüche an ein Hotel recht niedrig. Daher saßen wir vorerst in einem ziemlich schäbigen Hotelzimmer. Meinen körperlichen Zwängen musste ich inzwischen nachgeben und die indische Toilette benutzen. Nicht ohne eingehende Vorbereitung, versteht sich. Es ist durchaus interessant auf was hier Wert gelegt wird. Wir haben einen Fernseher im Zimmer, aber keine Toilettenspülung. Als Kathi und ich auf dem Balkon standen fühlten wir uns an unsere Reisen in China erinnert. Dort wunderten wir uns schon über den vielen Müll in den Hinterhöfen. Das war allerdings kein Vergleich zu Indien. Hier erwartet einen ein Geruch und eine Aussicht wie sie wohl im mittelalterlichen Europa zu finden war. Bisweilen schaffen es die Leute nicht einmal den Müll ausreichend weit aus dem Fenster zu werfen so dass er auf dem Fensterbrett liegen bleibt...














Mitterweile sind wir in ein besseres Hotel um die Ecke gezogen und haben uns den ersten AC Raum unserer Reise für umgerechnet 25 Euro gegönnt, den Luxus gönnen wir uns jetzt mal für die eine Nacht.
Die indische Realität hat uns also wieder. Heute werden wir den hiesigen Tempel besichtigen. Morgen geht es dann mit einem Nachtzug weiter nach Villapuram, von wo aus wir morgens um 5:10 irgendwie nach Pondicherry fahren möchten. Dort nimmt man es mit heiligen Kühen und Ausschanklizenzen nicht so ernst und wir dürfen uns auf ein Steak und Bier freuen. Nachdem wir von anderen Reisenden sehr viel gutes über Südostasien gehört haben werden wir demnächst von Chennai aus nach Bangkok fliegen.
Vielleicht ist dort ja das ominöse Backpakistan zu finden, wo Zugtickets im Hostel zu kaufen sind und Zimmer saubere Bettwäsche haben.
 Varkala Fotos auf Picasa

Donnerstag, 5. Mai 2011

Ergänzung von Kathi

Nachdem sich die Tina doch so über unsere Blogs freut muss ich noch ein paar Zeilen ergänzen :-) Außerdem brauche ich eine Beschäftigung während ich auf mein Chicken Tandoori warte (ja Mel, das halbe Huhn, aber wir teilen ^^).

Jetzt sind wir schon 4 Tage am Stück an einem Ort, ich überlege meinen Wohnsitz um zumelden. Die Kellner der umliegenden Restaurants und Cafes grüßen wie alte Bekannte und die vielen Straßenhunde kann ich aus der Ferne unterscheiden (genauso wie die übrigen Touristen). Aber hier lässt es sich halt auch aushalten. Sonne, Traumstrand (die Wellen sind so krass, dass ich mich nur in 1m hohes Gewässer traue), Hunde und Katzen (Simone nannte es mal meinen indischen Streichelzoo), nette Leute und (zu meiner Schande) westliches Essen. Der Banana Pancake und die Spaghetti Carbonara hier sind zum Anbeißen!! Zudem gibt es Buchläden und wir verschlingen derzeit Bücher im zwei-Tage Takt. Meine Vorahnung sagt mit, dass sobald wir wieder einen indischen Zug besteigen, damit Schluss sein wird ;-)


Ich hätte es nie gedacht, aber man kann sich durchaus ein 4 qm Bad mit einer Ameisen Kolonie teilen, sofern lediglich ihr Highway quer über das Waschbecken verläuft. Nur bei dem gigantischen Glühkäfer wurde meine Toleranz auf eine Probe gestellt. Ohne Kontaktlinsen sah er definitiv eher aus wie ein glühender Tennisball.
Jetzt sind wir dank der toten Ratte in einer luxuriöseren Bambushütte. Ich vermiss meine Ameisenfreunde ein wenig...
Ach ja und das Schlimmste an einem Stromausfall ist nicht der Verzicht auf den Ventilator, wie Julien meinte.... viel schlimmer ist, dass dann ohne Mixer keine Banana-Lassis hergestellt werden können!!

Komfortabler Strandurlaub in Indien


Wie kann man sich so einen indischen Strandurlaub vorstellen? Im letzten Post hatte ich ja begeistert von unserer Bambus-Hütte berichtet. Nun ja, muffig ist sie nicht - was sehr angenehm ist. Das liegt allerdings daran dass sie recht löchrig ist, was sehr unangenehm ist. Da hier das ein oder andere merkwürdige Insekt sein Unwesen treibt fühlt man sich somit in seinem Zimmer nach Einschalten des Lichts bald wie im Insektenhaus eines Zoo's. Ein besonders bemerkenswertes Insekt hier ist der „Riesen-Glühkäfer“, wie ich Ihn nenne. Bevor ich rausfand dass es dieses Insekt gibt, wunderte ich mich über das rhytmisch blinkende Licht, das sich da an der Zimmerdecke entlangbewegt. Dank unseres Moskitonetzes können wir aber beruhigt schlafen...Zumindest wenn es bei Insekten bleibt. Nach unserem Strandaufenthalt erwartete uns in unserem Zimmer ein Geruch den Kathi als tote Katze interpretierte (fast richtig). Hatte ich schon erwähnt, dass es hier verdammt warm und zudem feucht ist? Dies und die tote Ratte unter einer Kommode in unserer Bambus-Hütte waren in nicht unerheblichem Maße an dem Geruch in unserem Zimmer schuldig. Die Ratte wurde augenscheinlich von einer Katze gelyncht. An der Reaktion des Bambus-Hütten-Resort Mitarbeiters kann man ungefähr die Dienstleistungsorientierung hier erahnen. „Dead Rat?, ok give you other room...“. Hätte ich mich über ein „sorry for the inconvenience“ gefreut... Dennoch habe ich für uns eine größere Hütte zum gleichen Preis rausgehandelt, hatte also auch was positives.

Sehr bemerkenswert sind auch die Stromausfälle. Die können durchaus einige Male am Tag vorkommen, wenn man Glück hat. Wenn man Pech hat (heute!), kann der Strom auch einfach mal den ganzen Tag nicht da sein. An sich wäre das tagsüber nicht schlimm, wenn da nicht die Hitze wäre. Ohne Ventilator ist es im Zimmer überhaupt nicht auszuhalten. Unser Wecker hier ist daher häufig ein Stromausfall. Strom aus – Sauna – Wach.

Der tolle Strand, das günstige Essen, Bier und vor allem der abendliche Wind machen den Aufenthalt insgesamt aber sehr seeehr angenehm.



Dienstag, 3. Mai 2011

Wo geht's zum Strand?

Nach unserem Dschungeltrip hatten wir eine geruhsame Nacht in unserem Hostel in den Bergen. Temperatur und Luftfeuchtigkeit waren das erste mal seit unserer Ankunft angenehm. Juhu gut Schlafen! Für 10 Uhr morgens stand Elefantenreiten auf dem Programm. So gegen 12, vor dem zu Bett gehen, freute ich mich auf mindestens 8 Stunden durchgehenden Schlaf... Denkste... Um 5 Uhr morgens haben zwei Muezzin (Moslemische Gebetsrufer) begonnen um die Wette Gebete zu rufen. Die Neuzeit ist auch in den Bergen in Indien angekommen. Daher ist jede der beiden Moscheen mit ausreichend HiFi ausgestattet um laut Gebete zu rufen, sodass auch jeder wach ist. Nichtsdestotrotz war es interessant das ganze hautnah mitzuerleben.
Pünktlich um 10 Uhr bei den Elefanten angekommen durften wir auf dem Rücken selbiger Platz nehmen. Mit angenehm wiegendem Gang ging es dann eine halbe Stunde durch den Wald. Immer jeweils zwei von uns auf einem Elefanten. Die Tiere sind recht gutmütig. Wenn man direkt neben ihnen steht allerdings bisweilen auch beängstigend. Das liegt einerseits an der Größe andererseits daran dass man nicht das Gefühl hat auch nur im geringsten beurteilen zu können was das Tier gerade denkt.

Nachdem wir anschließend etwas Gewürze und Tee eingekauft hatten fuhren wir mit dem Auto zurück nach Fort Cochin. Für die 200km Strecke haben wir 6 Stunden gebraucht. Die Fahrt war recht unangenehm da die Straßenverhältnisse sehr schlecht waren. In Fort Cochin angekommen wurden wir in unserem dortigen Hostel informiert, dass wir Zugtickets für den darauf folgenden Tag 6 Uhr nachmittags nach Varkala hatten. Varkala, unser nächstes Ziel, liegt ca. 350km südlich von Fort Cochin, fast an der Südspitze Indiens. Die Tickets waren für die zweite von vier Komfort-Klassen. Das heißt ohne Klimaanlage. Dummerweise sind wir viel zu früh zum Bahnhof gefahren und mussten dort irgendwie 3 Stunden rumbringen. Wir haben glücklicherweise eine halbwegs saubere Treppe vor dem Bahnhof gefunden, wo wir uns niederlassen konnten. Das "Zoo-Gefühl" stellte sich wieder ein. Sämtliche Passanten schauten ausschließlich uns an.

Die Fahrt war komfortabler als erwartet. Leider hatte unser Zug Verspätung (wie immer?!). Der bestellte Fahrer der uns zum Hotel bringen sollte war (wie zu Erwarten?!) am Bahnhof nicht zu finden. Weil Autorikscha fahren so viel Spaß macht, sind wir dann mit zweien davon zum Hotel gefahren. Hier auf den Klippen am Meer sind viele Restaurants und Resorts. Es gibt viele Westler die hier Urlaub machen oder wie wir Urlaub vom Urlaub machen. Also zum relaxen genau richtig. Mel und Simone sind heute morgen leider abgereist. Die beiden fliegen von Thiruvananthapuram nach Mumbai und von dort aus dann morgen Nacht nach Deutschland zurück. Somit sind Kathi und ich leider wieder allein auf großer Fahrt. Wir werden uns noch ein paar Tage hier am Strand von den Strapazen erholen. Nachdem wir die letzten zwei Nächte ein recht muffiges Zimmer hatten, haben wir uns heute eine Bambus-Hütte gemietet. Unglaublich aber wahr: Es riecht nicht muffig und aus der Duschbrause kommt ausreichend (wenn auch kaltes) Wasser um sich sogar die Haare zu waschen.
Fotos auf Picasa

Sonntag, 1. Mai 2011

Auf Moglis Spuren




Heute haben wir einen Trip in den Dschungel absolviert. Gnadenlos wurden wir um 5.30 Uhr mit dem Jeep vor dem Hostel abgeholt. Ca. 1 Stunde ging es danach auf mehr oder weniger befestigten Straßen durch den Urwald, um einen ersten Blick auf Affe und Co zu erhaschen. Allerdings zeigten sich nur drei verschlafene Languren und ein Büffel.













Mitten im Dschungel befand sich die 
Station, auf der es dann erst einmal Frühstück mit einer wahnsinns Aussicht gab. Danach bekamen wir netterweise Schutzstulpen für die Beine, einen engagierten Tourguide und los ging es zu Fuß für zwei Stunden durchs Gemüse. Die Stulpen dienten hauptsächlich zur Abwehr von Blutegeln, die es momentan (juhu) haufenweise im Dschungel gibt. Nachdem man den 20. kleinen Egel vom Schuh gezupft hat, ist man allerdings etwas abgehärtet was das betrifft. Unser Guide ist die gesamte Strecke übrigens in Fliflops gelaufen! Es ist dabei ein unglaubliches Gefühl zwischen den riesigen alten Bäumen zu wandern, die einen ganz klein wirken lassen. Da konnte ich sogar meine Spinnenangst vergessen. Große Tiere sind uns leider (oder zum Glück?) nicht begegnet, aber lustige Frösche, Insekten, Hörnchen, wir bekamen einen Zimtbaum gezeigt, ein Nest hochgiftiger Baumameisen und haben einen Abstecher auf eine Teeplantage im Dschungel gemacht.

Zurück auf der Station gab es Lunch (merke: Inder stehen auch schnell und gerne beim Buffet an), danach stand eine Bootsfahrt zu einem Wasserfall an. Juliens Highlight: er durfte auch mal paddeln. Simones Highlight: beim Platztausch sind wir dann doch nicht gekentert.

Auf der Rückfahrt mit dem Jeep haben wir noch Unmengen lustiger Affen und Hirsche gesehen, können uns also nicht beschweren :-)
Das beste zum Schluss: hier gibt es tatsächlich ein westliches Restaurant! Wie gut schmeckt Pizza und Pasta nach 2 Wochen Curry und Co!!! Satt und müde... Morgen geht es Elefanten reiten und dann zurück nach Fort Cochin, restliches Gepäck im letzen Hostel holen um dann weiter zu reisen.
Liebe Grüße
Kathi

Kerala Backwaters und Badetag


Lieber Ronald MC Donald, in Indien habe ich den ersten richtig leckeren Vegi-Burger entdeckt. Bitte schenke Deutschland auch so einen kleinen, fantastischen, vegetarischen Burger mit Namen MC Aloo Tiki. Danke, Deine Kathi

OK, das wars jetzt aber mit Fürbitten, zurück zur harten Realität: Unseren letzten Tag in Cochin haben wir mit einer Bootsfahrt durch die Backwaters (Wasserstraßen) von Kerala verbracht. Die Fahrt durch schattigen Kanäle zwischen Palmen und kleinen Hütten ist einfach perfekt um sich von dem lauten und konfusen indischen Alltag zu erholen. Unser Lunch bekamen wir auf einer kleinen Insel auf Bananenblättern serviert (lecker aber höllenscharf). Zu Juliens Freude gab es sogar kaltes Bier.

Am nächsten Morgen ging es in aller Frühe (6.30 Uhr!!!) weiter in Richtung Kumily. Grund der frühen Stunde war ein Abstecher zum Elefanten-Trainingszentrum, denn wenn man um 8 Uhr bereits dort ist, kann man den Trainern beim morgendlichen Dickhäuter-Baden zusehen. Dass man dabei direkt zwischen den Elefanten am Flussufer steht und mit schrubbt, war mir nicht bewusst. Dabei habe ich festgestellt, dass Elefanten ganz viele süße Stachelhaare auf dem Köpfchen besitzen, gegen die Simone zum Glück nicht allergisch ist ;-) 

Nach einem riesen Spaß ging es klitschnass zurück ins Auto und nach 5 Stunden und ca. 200 km auf holprigen Serpentinen mit mehreren Schrecksekunden aufgrund Überholmanöver unseres Kamikazefahreres Mr. Lal, sind wir total fertig in Kumily angekommen.
Kumily ist ein kleines Bergdorf am Rande des Periyar Wildlife Sanctuarys, einem Naturschutzgebiet mit einer Fläche von 777 km². Hier leben Sambahirsche, Bisons, Wildschweine, Languren, Elefanten, Tiger und und und.
Von der Terrasse unseres super schicken und nagelneuen Hostels kann man Affen in den umliegenden Bäumen beobachten. Der Nachteil: das ganze ungewollte Viehzeug, Moskitos, Spinnen und Schlangen gibt es hier auch zur Genüge, wobei wir uns bisher nur von ersteren beiden überzeugen konnten. Das Klima hier ist richtig angenehm warm. In Cochin dagegen konnte man sich zur Mittagszeit vor Hitze und Luftfeuchtigkeit kaum bewegen. Heute Abend waren wir Dal essen, ein indischer Pfannkuchen, den man mit verschiedenen Saucen ist. Unseren Fahrer Mr. Lal haben wir dazu eingeladen, was ihm aber deutlich unangenehm war. Er traute sich nicht recht neben uns zu sitzen und wartete nach dem Essen auf uns im Auto. Wir haben ihm wohl mehr Stress als Freude bereitet. Unser Hostel-Besitzer meinte aber Lal sei nur scheu aufgrund der Sprachbarriere, nun ja, wir werden es wohl nie erfahren...