Samstag, 14. Mai 2011

Kultur und Pizza in Madurai

Nach der ersten relativ kurzen Nacht in Madurai in dem eher alternativen Hotel waren wir gestern so fertig und Kopfschmerz geplagt, dass uns das neue Hotelzimmer mit Klimaanlage wie eine Oase vor kam. Wir haben uns darin eingeschlossen und es lediglich zum Abendessen verlassen. Die Rooftop-Bars hier im lauten und chaotischen Madurai sind ein echtes Highlight, zumal aufgrund der derzeitigen Wahlen abends massenweise Feuerwerke abgefeuert werden. Das indische Essen kann ebenfalls was, es sei denn man vergisst – so wie ich – den Koriander darin abzubestellen. Naja, mal wieder was für die Figur getan.
Heute haben wir uns in das Getümmel der 1,2 Millionen Einwohner Stadt gewagt. Sobald man das Hotel verlässt, wird an von Taxi und Rikscha-Fahrern mit Angeb
oten bombardiert und so haben wir uns kurzerhand ohne große Verhandlung einen Fahrer für den ganzen Tag gemietet. Da wir direkt auf sein erstes Angebot eingegangen sind (umgerechnet 5 €), gehe ich mal davon aus, dass es für ein guter Verdienst ist, wir hatten trotzdem das Bedürfnis ihm bei nächster Gelegenheit noch eine kalte Cola zu kaufen.
Erster Stop war „Domino's Pizza“, da wir heute Morgen das Frühstück verschlafen hatten. Dies ist eine Kette, ähnlich Pizza Hut, und unglaublich lecker. Wobei ich das vermutlich gerade nicht objektiv beurteilen kann, ich war auf Pizzaentzug. (Shame on us – unsere Rechnung war doppelt so hoch wie das Gehalt unseres Fahrers.)
Danach ging es zum Mahatma Gandhi Musem. Die erste kostenlose Sehenswürdigkeit in Indien. Gezeigt wird die indische Kolonialgeschichte ab 1498 bis zu Gandhis Ära, sowie Gandhis Brille, seine Latschen und sein letztes Leinentuch (laut Beschilderung „blood-spilled (original)“). Allerdings ist das Gebäude an sich schon einen Besuch wert.

Danach haben wir den Sri-Meenakshi-Tempel besichtigt. Es handelt sich dabei um die Heimat der dreibrüstigen fischäugigen Göttin Meenakshi Ammam. Erbaut 1560 umfasst der Tempelkompex insgesamt 6 ha. Vor dem Betreten muss man die Schuhe ausziehen, nicht-Hindus dürfen bestimmte Bereiche des Tempels dabei nicht betreten. Im Tempel gibt es noch eine Verkaufshalle in der man sich mit dem ganzen heiligen Krempel eindecken kann, der sich normalerweise auf dem Armaturenbrett von Taxis befindet: kleine gläserne Gottheiten, Blütenkränze, bunte Wackelbilder mit Göttern, usw... Ich konnte mich gerade so zurückhalten Euch Allen Wackelbilder zu kaufen ;-)
Auf der Rückfahrt zum Hotel mussten wir uns noch ein wenig gegen Schlepper wehren, denn Madurai ist die Stadt der Stoffe und der Schneider. Sie baten mir an, innerhalb kürzester Zeit meine Kleidung, die ich an hatte zu kopieren und nach zu schneidern. Ich habe dann erklärt, dass ich diese Bluse nicht ein zweites mal benötige, ich bin Verfechter der Vielfältigkeit was Kleidung angeht. Irgendwie kam das aber nicht an...
Heute Abend geht es mit dem Sleeper Zug weiter nach Pondicherry, Steak und Bier, ich komme!

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