Sonntag, 26. Juni 2011

Hanoi und Halong Bay

Der Flug von Laos nach Vietnam war holperig und die Landung wie ein Einschlag, aber wir leben noch. In Hanoi angekommen waren wir wieder einmal sehr glücklich als wir unsere Gepäckstücke auf dem Band gesehen haben. Juhu wir haben noch Klamotten...
Nach mehreren Versuchen der ansässigen Schlepperbanden uns in überteuerte Minibusse zu ziehen, haben wir uns mit zwei völlig verloren aussehenden Engländerinnen ein Taxi geteilt. Vietnam ist im Vergleich zu Thailand oder Laos wirklich extrem laut und chaotisch. Die Stadt erinnerte uns sehr an die überfüllten kleinen Straßen in Shanghai. Nachdem ich mehrfach samt Backpack fast überfahren wurde, haben wir tatsächlich unser Hostel gefunden. Der Bauplatz in Vietnam scheint unglaublich teuer zu sein, denn die Häuser sind grundsätzlich immer nur so breit wie ein Zimmer und dann geht’s einige Stockwerke hoch. Wir hatten quasi die Ehre ein Zimmer im 5. Stock zu bewohnen. Da überlegt man sich zweimal, ob man für eine Coke noch einmal den Abstieg in Kauf nimmt.

Am folgenden Tag haben wir uns dann die typischen Touri Spots angeschaut und uns eine vietnamesisches Wasser-Puppen-Theater angesehen. Da wir unbedingt aus der Großstadt raus wollten, haben wir direkt einen Bus für den nächsten Tag nach Ha Long City gebucht. Dort angekommen haben wir uns Bootstickets für die Überfahrt durch die Ha Long Bucht nach Cat Ba Island gekauft. Der Anfang der Reise war auch sehr viel versprechend. Auf einem hölzernen Boot sind wir einige Stunden durch die Ha Long Bucht geschippert und haben uns auf dem Sonnendeck mit einem Bier in der Hand gebräunt.
In unserer Vorstellung war Cat Ba eine ruhige relaxte kleine Insel mit Sandstrand und netten Sea-Food Restaurants. Weit gefehlt und dazu noch das Glück, dass derzeit Semesterferien in Vietnam sind. Wir sind in der Hauptstadt der Insel in der asiatischen Urlaubshölle mit Hotelbunkern direkt am Strand und blinkenden Reklametafeln gelandet. Dazu schallte Asiapop aus Lautsprechern und alle wollten uns irgendwas verkaufen. Julien drückte es sehr passen aus, als er sagte: „Wir haben doch immer noch uns“.
Nach der ersten Nacht in Cat Ba City sind wir verzweifelt mit den Backpacks los marschiert zur nächsten kleinen Bucht und haben uns in eine kleine Holzhütte auf Stelzen eingemietet. Direkt am Strand gelegen war das unsere Rettung. Ruhe hatten wir tatsächlich, wir waren nämlich die einzigen Gäste.
Nach einem ausführlichen Strandtag und einer kurzen Nacht hatten (Aufgrund der vielen Geräusche und der kleinen Sauna, die wir bewohnten, haben wir kaum geschlafen), sind wir am nächsten Tag mit dem Schnellboot nach Haiphong gefahren, was ein wenig südlich unter Ha Long City liegt, um gleich von dort aus weiter in den Süden nach Hue zu fahren. In Haiphong haben wir erstens festgestellt, dass es keine Gleise aus Haiphong nach Süden gibt, de fakto auch keinen Zug und zweitens keine Bustickets mehr. Brilliante Vorbereitung unsererseits quasi. Auf den Schock haben wir uns doch glatt mal ein Kilo Litschies gekauft, damit war die Wahrheit besser zu ertragen: Wir hatten die Wahl in dieser, sagen wir, weniger hübschen Stadt zu bleiben bis es wieder Tickets gibt, oder nach Hanoi zurück zu fahren. Wir haben uns für zweiteres entschieden und auch gleich einen Bus mit AC erwischt. Ich hatte einen sehr motivierten jungen Vietnamesen neben mir, der seine mageren Englischkenntnisse an mir testen wollte und Julien konnte schön lesen. Zurück in Hanoi haben wir uns diesmal im Backpacker Viertel ein richtig schönes Hotelzimmer für wahnsinnige 10 Euro genommen und Bustickets nach Hue in Auftrag gegeben. Nachdem wir ein Straßen-Restaurant entdeckt haben, bei dem man vietnamesisches BBQ auf einem eigenen Tischgrill zubereiten konnte, war Julien fast der glücklichste Mensch Hanois. Als wir danach eine kleine Straßenkneipe entdeckt hatten, in der es frisch gezapftes Bier für umgerechnet 15 Cent pro Glas gab, war Julien endgültig im siebten Himmel. Mit zwei schweizer Jungs haben wir dann noch die Nacht zum Tag gemacht und Freitags dann schön einen Kater gehabt. Was soll ich sagen?! Hanoi ist doch ganz prima.

Donnerstag, 23. Juni 2011

Vientiane

Nach unserer interessanten Busfahrt sind wir in Vientiane angekommen. Die Hotelpreise sind dort vergleichsweise hoch, sodass wir eine Weile suchen mussten, unterbrochen von einem Einkehrschwung in den hiesigen Biergarten, der neben kaltem Bier auch Döner Kebab anbietet.

Untergekommen sind wir dann im Paradies Hotel, Zimmer so klein wie ein Kleiderschrank, dafür super sauber (war ja kein Platz für Dreck) und da sie vergessen hatten die Fernbedienung einzubehalten – mit Klimaanlage, jippey. Ansonsten gibt es über Vientiane jetzt nicht so viel zu berichten, da wir keine Lust mehr auf Tempel Besichtigungen hatten, sind wir spontan zu viert in den laotisch-vietnamesischen Staatszirkus gegangen, der zufällig gerade in der Stadt war. Mit Hunderten von Laoten einen Zirkus zu besuchen, war auch mal eine Erfahrung wert. Wir Deutschen sind dagegen ja schon ein wenig spießig. Trotz, dass es die Abendvorstellung war, sind überall kleine Kinder zwischen den Sitzreihen herumgeturnt. Neben mir wurde ein Säugling gestillt und jeder – eingeschlossen wir vier Deutschen – war am Chips futtern. Jeder Artist – ob spektakulär und eher simpel – wurde gefeiert. Wir hatten uns das Ganze etwas anspruchsvoller vorgestellt, aber witzig war es auf jeden Fall.

Vientiane als Hauptstadt von Laos besitzt einen internationalen Flughafen, von dem wir für Sonntag einen Flug nach Hanoi gebucht hatten. Allerdings war das der kleinste internationale Flughafen, den ich bisher gesehen hab. Er besteht aus einem etwas größeren schicken Gebäude, mit einer Anzeigetafel, auf der für den kompletten Tag noch genau 3 Flüge angezeigt waren: Bangkok, Hanoi, Bangkok. Dementsprechend wenige Passagiere hielten sich im Flughafen auf. Ich war noch nie so schnell beim Check-In oder durch die Sicherheitskontrolle. Ich habe ja nicht einmal gepiept! Ich piepe sonst immer... In der Boarding-Schlange hat sich ein kleiner Laote vor mir plötzlich umgedreht und mich die Standardfrage überhaupt gefragt „where are you going?“. Ich war so perplex, dass ich nur auf den Monitor über uns gezeigt habe, auf dem Flight 253 to HANOI stand. Er meinte dann tatsächlich: „aaah, same same“, was so viel heißt wie „achja, da fliege ich auch hin“. Hmm.... der hat wohl noch nie von dem Blondinen-Witz mit dem Flugzeug gehört.

Mittwoch, 22. Juni 2011

Schwäbische Tugenden in Laos


 Vom 18.06.2011 in Ermangelung von Internet erst heute:

Da wir leider noch keine Möglichkeit gefunden haben unser Geld zu vermehren und eine Million einen hier auch nicht sooo weit bringt haben wir uns heute im Sparen versucht. An Bier und Zigaretten sparen kann ja jeder, daher haben wir heute an Bustickets gespart. Zunächst trafen wir uns mit zwei ebenso sparwilligen Französinnen die wir noch aus Indien kennen um von Vang Vieng nach Vientane zu fahren. Die meisten Reisenden lassen sich von ihrem Hostel ein Ticket für einen Minibus oder einen „VIP“ Bus kaufen. Beide von privaten Reiseveranstaltern betrieben. Diese arbeiten recht eng mit der Tuk-Tuk Mafia zusammen. Wenn man sich darauf einlässt wird man dann schonmal 4km vor dem eigentlichen Ziel abgesetzt und muss dann noch die horrende Summe von einem Euro investieren um mit einem Tuk-Tuk weiter zu fahren. So geschehen bei unserer Ankunft in Vang Vieng. Das ganze ist eine einzige Preisabsprache, ein Tuk Tuk bleibt stehen und alle anderen fahren leer davon... Somit ist man seiner Verhandlungsbasis beraubt und bezahlt den geforderten Preis.

Wie gesagt, heute wollten wir das nicht mit uns machen lassen. Zunächst versuchten wir uns noch darin Kayaks zu mieten um nach Vientane zu fahren. Das war allerdings sehr viel zu teuer. Der Nette Mann vom Kayak-Verleih hat uns allerdings gesagt wie wir am günstigsten nach Vientiane kommen. Wir wurden instruiert den alten Flughafen zu überqueren um dann an der Bundesstraße vorbeifahrenden Bussen zu winken. Gesagt getan... Um kurz nach 12 standen wir vier nun an der Bundesstraße und winkten.

Das erste Vehikel das anhielt hätte garnicht anhalten müssen um uns einzusammeln. Der Pick-Up mit Sitzbänken hintendrauf war so langsam dass wir bequem aufsteigen hätten können. Wollten wir aber nicht. In die Gegenrichtung gab es ausreichend Busse, in unsere Richtung leider keine. Nach einer Stunde kam dann Schlussendlich doch der ersehnte, offizielle blaue Bus. Zum Glück bestand er hauptsächlich aus Pappe so dass er noch nicht von Rost zerfressen werden konnte. Im Vergleich zu einem von der Bus-Mafia betriebenen „VIP“ Bus haben wir summa summarum einen Euro pro Kopf gespart. Das sind 10000KIP! ( laotische Währung )... Immerhin. In der Reihe hinter uns reiste ein Laote mit Hahn. Wir vermuten dass es ein Kampfhahn war denn er hat das Tierchen offensichtlich sehr gerne gehabt. Der Hahn durfte auf seinem Schoß reisen und wurde gestreichelt...
Ungefähr 10km vor Vientiane ist der Bus dann liegengeblieben. Das Problem war recht schnell gefunden. Der Busbegleiter der als Ticketverkäufer, Gepäckverantwortlicher und Bordingenieur fungiert hat mit einem gebogenen Ast den Stand des Diesels im Tank geprüft. Der Stock blieb trocken, der Tank war leer. Er brach dann mit einem Kanister in der Hand auf um zur nächsten Tankstelle zu laufen. Nachdem er von dort mit einem Tuk-Tuk wiederkam und den Tank mit brennender Zigarette im Mund wieder gefüllt hatte ohne dass der Bus in die Luft flog konnten wir unsere Fahrt fortsetzen. 
An der Busstation angekommen gingen wieder die harten Verhandlungen mit Tuk-Tuk Fahrern los. Da wir nicht am Ende der Welt aus dem Bus geworfen wurden konnten wir recht selbstsicher einen akzeptablen Preis aushandeln.

Kathi und ich haben heute 2 Euro gespart, die Erfahrung mit einem Kampfhahn im Bus wegen Dieselmangels liegen zu bleiben ist allerdings unbezahlbar.

Samstag, 18. Juni 2011

In the Tube in Vang Vieng

Mittwoch sind wir mit einem Minibus von Luang Prabang aus nach Vang Vieng gefahren. Die Rucksäcke wurden höchst professionell auf dem Dach festgeschnallt und los ging es. Für die 175 km haben wir schlappe 6,5 Stunden durch die Berge gebraucht und mir ist im Viertelstunden-Takt schlecht geworden. Etwas grün bin ich abends um acht am Busbahnhof ausgestiegen. Von der TukTuk Mafia eingesammelt gingen wir auf Hostelsuche. (Für alle zukünftigen Vang Vieng Besucher: Es bringt rein gar nichts sich gegen die dreisten Taxipreise zu wehren, die TukTuk Mafia hat sich abgesprochen und wenn man den Preis nicht akzeptiert fahren einfach alle weg!).
Vang Vieng ist ursprünglich ein kleines verschlafenes Nest auf dem Weg zwischen Luang Prabang und der laotischen Hauptstadt Vientiane gewesen, bis ein Laote mit Geschäftssinn auf die Idee kam, auf dem nahe gelegenen Fluss das heute berüchtigte "Tubing" anzubieten. Daraufhin wuchs die Gästezimmer-Anzahl in dieser Provinz von ca. 4 in 1996 auf ca. 900 heute. Vor allem junge Backpacker auf der ersten Reise nach dem Abi sind ganz verrückt nach dem Tubing, bei dem man in einem LKW Reifen flussabwärts getrieben wird und sich nach Belieben von unzähligen Bars am Ufer mit Tauen und Rettungsringen an den Steg ziehen lassen kann. Die verschiedenen Bars werben mit Free Cocktails for Girls, Free Wiskey Shots, Free was auch immer.
Ja, es handelt sich eigentlich nur um die Kombination zwischen „sich in einem LKW Reifen treiben lassen“ und einer riesigen Party. Was das für die kleine Stadt bedeutet, haben wir dann abends auf dem Weg ins Restaurant festgestellt. Halbnackte Anfang 20jährige mit Neon-Farben bemalt, voll trunken und grölend auf den Straßen, mit halb leeren Eimern mit irgendwelchen Mischgetränken – Entschuldigung, könnten Sie bitte den kleinen Kevin-Malte aus dem Ballermann 6 Kindergarten abholen? In diesem Moment beschlossen wir, an diesem Event nicht teilzunehmen. Später am Abend trafen wir mal wieder die zwei Französinnen (inkl. eines Holländers), denen wir bereits in Indien und in Chiang Rai begegnet waren und verabredeten uns irgendwie doch zum Tubing am nächsten Tag. So viel zu unserer Entscheidungsmentalität. Ich muss aber dazu sagen, dass wir festgelegt haben, sehr seriös und ohne dieses alberne Party-getue tuben zu gehen. Vielleicht ein, zwei Bier und schön den Fluss entlang treiben lassen gen Sonnenuntergang.

Ja.... also... ungefähr 16 Stunden später fand ich mich auf einem Party Bootssteg wieder, in der Hand einen free-Cocktail for Girls und zu den Killers hüpfend, bis dann ein Brett unter meinen Füßen von unserem Getanze nachgab und zerbrach. Mir ist aber nichts passiert. Als es dann noch eine schwer talentierte Blondine neben mir schaffte, in das sehr sichtbare Loch einzubrechen, haben wir die Heimreise im Tube angetretren. Achso, zuvor haben wir uns übrigens ganz viel Mühe gegeben seriös zu bleiben und uns von den Animateuren der ersten Bar gleich mal zu eine Runde Bier-Pong überreden lassen. Das Spiel fanden wir so prima, dass wir es in Bar 2 auch gespielt haben. In Bar 3 haben wir dann die free Shots mitgenommen und in Bar 4 Matsch Tauziehen und Matsch Volleyball (in der Suppe bis zu den Knien) Mädels gegen Jungs gespielt. In Bar 5 haben wir die super Rutsche und den Sprungturm in den Fluss mitgenommen und in Bar 6 die free Cocktails for Girls... bis die Latte brach ;-) naja, und dann waren es noch 4 km im LKW Reifen bis nach Hause. Da hab ich doch seit langem tatsächlich mal wieder etwas gefroren gegen Abend. Nun gut, das zum Thema seriös Tuben. Zumindest hatten wir einen Haufen Spaß und alle haben einige blauen Flecken von Steinen und Reifen und Tauen oder was auch immer davon getragen. Weiterhin lässt sich festhalten, dass Holländer, wenn auch Seefahrernation, nicht in der Lage sind, auf Dauer in einem LKW Reifen zu schippern, ohne zu kentern. Ahoi!

PS: Es gibt von diesem glorreichen Tag leider keine Bilder, da wir erstens keine wasserdichte Cam hatten und zweitens keine Beweise wollten. Also hänge ich einfach ein Bild von einem der blauen Flecken an.

Luang Prabang


Nach unserer schönen Bootstour kam wieder das unvermeidliche Hostel-suchen. Kristian und Christiane, welche wir auf dem Boot kennengelernt hatten, schlossen sich uns für die kommmenden Tage an. In Luang Prabang warteten am Bootsanleger Heerscharen von Laoten mit Bildern von Hostels welche sie anpriesen. Da wir es uns nicht ganz so einfach machen wollten, ignorierten wir deren Angebote und gingen selbst per Pedes auf die Suche nach einem Hostel. Das Problem dabei ist allerdings dass Aufgrund der Hitze die Ansprüche nach kurzer Suche schnell sinken. Daher endet unsere Suche häufig im dritten oder vierten Hostel das wir uns angeschaut haben da wir einfach die Nase voll davon haben mit unseren großen Rucksäcken bei über 30 Grad durch die Gegend zu laufen. 
Das Hostel unserer Wahl hatte große saubere Zimmer für 6 Euro die Nacht. In Luang Prabang erkundeten wir dann Abends zunächst den Nachtmarkt. Dieser ist für Touristen gedacht und man kann von Schnaps mit Schlangen drin bis Handtaschen alles kaufen was das Touri-Herz begehrt. Luang Prabang ist aufgrund der wahnsinnig schönen, restaurierten Kolonial-Stil Häuser Weltkulturerbe und zieht folglich entsprechend viele Touristen an. Unseren ersten Tag dort erkundeten wir dann die Stadt mit Fahrrädern. Wie überall in Südostasien gibt es auch hier an jeder zweiten Straßenecke einen Tempel. Nachdem wir uns zwei angeschaut hatten reichte es dann auch wieder. Die Tempel sind sich im allgemeinen sehr ähnlich... Ganz dekadent tranken wir anschließend Kaffee und aßen Kuchen in einem kolonialstil Café. Man bekommt den Stuhl unter den Hintern geschoben und sein Wasser nachgefüllt sobald man auch nur daran denkt zu trinken.
Tags darauf klingelte unser Wecker um 5:30 Uhr...absichtlich. Diesen Wahnsinn haben wir uns angetan da die Mönche morgens in einer Zeremonie durch die Stadt laufen und von den Gläubigen ihr Frühstück in eine Schale gelegt bekommen. Es ist in der Tat lohnenswert dafür so früh aufzustehen. Da es nach der Zeremonie noch nicht allzu heiß war stiefelten wir noch auf einen Berg von wo aus man einen schönen Rundumblick über die Stadt hat. 
Mittags handelten wir dann mit einem Tuk-Tuk Fahrer einen Preis aus um zu Wasserfällen im Wald zu fahren. Der gute Mann scheint Ambitionen zu haben in den Rennsport einzusteigen. Ihm ist allerdings offensichtlich nicht bewusst dass sein Fahrzeug nur bedingt dazu taugt... Die rasante Anfahrt hat sich allerdings mehr als gelohnt. Zwischen den Wasserfällen sind Becken in denen man Baden kann und an einem Seil konnte ich eindrucksvoll unter Beweis stellen dass ich definitiv keine Tarzan Gene in mir hab. 

Montag, 13. Juni 2011

Quick quick nach Laos


Nachdem wir eine Nacht in Chiang Rai verbracht hatten stand für den nächsten Tag der Grenzübergang nach Laos auf dem Plan. Von Chiang Rai bis zur Grenze braucht man mit dem Bus normalerweise maximal zwei Stunden. Da die Grenze  bis 18 Uhr geöffnet ist, ließen wir uns morgens viel Zeit zum Frühstücken und relaxen. Gegen halb zwei fuhren wir dann mit dem Bus in Chiang Rai los. Der Bus hatte dummerweise ordentlich Verspätung und wir kamen erst um kurz vor 18 Uhr am Grenzposten auf der thailändischen Seite des Mekong Flusses an. Die Grenzbeamten auf der thailändischen Seite haben uns, obwohl wir reichlich spät waren, unsere Ausreisestempel gegeben und mit den Worten "quick quick" bedeutet uns zu beeilen. Daher waren wir uns, als wir per Boot auf dem Fluß zwischen den zwei Ländern herumschipperten, nicht ganz sicher ob wir auch in eines der Länder wieder reindürfen. Glücklicherweise haben uns die Laoten dann, trotz unserer Verspätung, ein Visum ausgestellt. So schnell hatten wir noch nie unsere Einreiseformulare ausgefüllt.

Laos hat auf einer Fläche vergleichbar mit Großbritannien nur 6,5 Millionen Einwohner aus 132 ethnischen Gruppierungen. Ist also im Allgemeinen recht unbewohnt. Früher war Laos einmal französische Kolonie und man spielt Boule  und serviert Baguette, welches zugegebenermaßen nicht wirklich mit dem in Frankreich mithalten kann.

Ziemlich fertig von der Anreise haben wir uns, in Huay Xai (Laos) angekommen, das erstbeste günstige Hostel gesucht und ein Zimmer genommen. Die Chefin dort ist eine recht verschrobene alte Dame die darauf besteht von den Reisenden „Mama“ genannt zu werden. Nachdem wir abends noch irgendwie in einem Haufen Reisender gelandet sind, wo wir ein neues Trinkspiel gelernt haben, brachen wir morgens etwas lädiert in Richtung „Slow Boat“ auf. An einem Geldautomat unterwegs habe ich mich dann geärgert, dass ich nur maximal eine Million in laotischer Währung abheben kann. 
Mit dem Boot fahren wir nun gerade den zweiten Tag den Mekong Fluß herunter. Ziel der Reise ist Luang Phrabang. Zwischendurch verbringt man eine Nacht in einem kleinen Bergdorf, das allerdings ausgezeichnete Hostels hat. Gestern gab es auf dem Boot noch nummerierte Sitzplätze, heute sitzen wir auf dem Boden weil wir morgens nicht in die Gänge gekommen sind... Das Bootfahren ist dennoch recht relaxed und wir können die Beine ausstrecken. Wir verbringen unsere Zeit damit die wunderschöne Landschaft zu betrachten und zu lesen. Haben auch wieder ein sehr nettes deutsches Pärchen kennengelernt was das Reisen sehr kurzweilig macht. Einzig der verdammt laute Bootsmotor trübt das Reiseerlebnis ein wenig...
Slow Boat Bilder auf Picasa 


Freitag, 10. Juni 2011

Easy easy in Chiang Mai


Nachdem Julien seit mehreren Wochen erklärt, in Chiang Mai MÜSSE man einfach mal Trekking machen wenn man denn schon mal dort ist, hat er mich tatsächlich dazu überredet, eine „2 Tage 1 Nacht“-Tour zu buchen. Freitagmorgen wurden wir von einem kleinen Transporter abgeholt und mit sechs weiteren Touristen in die Natur gekarrt. Zwischendurch gab es einen kurzen Abstecher bei der Touristenpolizei, um Ausweiskopien abzugeben, falls jmd. von uns im Dschungel verloren geht (in dem Fall kann gleich die „Ausreise“ vermerkt werden). Dann erhielten wir eine Belehrung über Drogenmissbrauch („don't put drugs into you“) und weiter ging es.
Letztendlich kamen wir an einem Elefantencamp an. Eine Stunde lang wurden wir Touris durch die Wallachei geschaukelt, danach ein kurzer Lunch (Reis mit Gemüse und Tofu) und ab in die Trekkingschuhe. 
 Die erste halbe Stunde machte sogar mir Spaß, es ging in leichter Steigung durch den Wald. Unser Reiseleiter nannte das „easy... easy“. Die folgenden drei Stunden ging es bergauf. Gefühlte Steigung von 100 Prozent, von unserem Guide als „bit more difficult, but easy easy“ bezeichnet. War das ein Spaß, an vielen Stellen würde ich es eher als Klettern bezeichnen. Unser Guide lief rauchend und gut gelaunt in Flip Flops voran, ständig die Worte „easy easy“ wiederholend. Überlebt hat er lediglich, da mir klar war, das wir ohne ihn definitiv nie wieder aus der grünen Hölle herausfinden würden. 
Auf dem Gipfel des Berges und meiner Laune sind wir in einem kleinen „Lahu“ Dorf angekommen und haben Quartier in einer Hütte der Dorfbewohner bezogen. In unserem Toilettenhäuschen hatten wir die Auswahl, zwischen dem Bad mit den fiesen kleinen Killerameisen, oder der gelben Riesenspinne. Alle die mich kennen können sich ungefähr vorstellen wie schlimm die Ameisen gewesen sein müssen, wenn ich jetzt sage, dass ich freiwillig im Spinnenbad geduscht habe. Danach haben wir mit den Kindern im Dorf gespielt und Abendessen serviert bekommen (Reis mit Gemüse und Tofu). Geschlafen wurde auf Matten auf dem Boden, jeweils zwei Personen unter einem Moskitonetz. 

 Am nächsten Morgen habe ich mir mit der Spinne die Zähne geputzt und weiter ging es, den Berg wieder runter. Da es Tags zuvor geregnet hatte, war der Boden schlammig und wir sind eher gerutscht als gelaufen. Alles in allem war es jedoch deutlich mehr „easy easy“. Auf halber Strecke kamen wir zu einem Wasserfall, in dem wir baden konnten. Nach weiteren 1,5 Stunden Fußmarsch kamen wir an der Wild-Water Rafting Station an und wurden in Schwimmwesten und Helme gekleidet. Julien stand die Weste auch deshalb so gut, weil sie bei ihm Bauchfrei saß. Nach einer gefühlten 20 sekündigen Einweisung ging es in die Boote und raus auf den reißenden Fluss. Es kann auch am Adrenalin gelegen haben, aber es hat einen Haufen Spaß gemacht. Sogar als wir an einem Felsen hängen geblieben sind und fast gekentert wären. Klitschnass kamen wir am Ende an einem Camp an und bekamen ein neues abwechslungsreiches Lunch (Nudeln mit Gemüse und Tofu), bevor es nach Chiang Mai und zu den Hostels zurück ging.
Am gleichen Abend haben wir das Chiang Mai Nachtlenben erkundet und sind in den angesagtesten Club der Stadt gegangen. Das „Spicy“ hatte allerdings deutlich mehr Dorfdisco-Atmosphere als alles andere und besitzt nur eine CD, die sich alle halbe Stunde wiederholt. Julien wurde angesichts der hohen Anzahl von nicht so wirklich richtig echten Frauen etwas paranoid und hatte Angst Opfer eines Anmach-Versuches zu werden. Aber scheinbar gehören junge halb-Franzosen eher nicht in die Zielgruppe. Spaß hatten wir irgendwie trotzdem gehabt.
Montags sind wir erst auf den Doi Su Thep Berg gefahren und haben uns Chiang Mais schönsten Tempel angesehen. Danach hin es in den Chiang Mai Zoo und wir haben uns in dem weitläufigen Park die Füße platt gelaufen. Für mich einer der schönsten und Tier-gerechtesten Zoos die ich je gesehen habe.
Tags drauf sind wir mit einer Kreuzung aus Roller und Moped und einem kleinen Rucksack aufgebrochen und in die Berge gefahren. Nach vierstündiger Fahrt und einem super Ausblick sind wir in der kleinen Backpacker-Oase Pai angekommen. Dort haben wir uns in einem kleinen Bamboo-Hütten Resort für eine Nacht eingemietet. Die Reisenden in Pai sind durchschnittlich deutlich jünger und man könnte es als Bangkoks Kaoh San Road II in den Bergen bezeichnen.

Nach einer Nacht sind wir mit unseren Rollern wieder zurück gedüst, da wir Abends eine Verabredung zum Muay Thai Kickboxen hatten. Korrigiere: Zum Zusehen! Interessante Veranstaltung, aber Julien und ich sind dann doch nicht die geeignetsten Zuschauer für einen Prügelsport. Das einheimische Publikum geht im Gegensatz zu uns dabei so richtig ab. Und dem Wetten sind sie sowieso nicht abgeneigt. Während des Kampfes spielt eine kleine Band eine Art Dudelsackmusik, die mit der Spannung im schneller wird und einem zu Anfang unglaublich auf die Nerven geht, irgendwann jedoch gar nicht mehr auffällt. 
 
Gestern war dann wieder Reisetag, wie Julien sagen würde, und wir sind mit dem Bus 150 km weiter nach Norden nach Chiang Rai gefahren. Auf dem örtlichen Markt haben wir dann tatsächlich zwei Französinnen getroffen, die wir in Indien (Goa) kennengelernt hatten. Das haben wir dann mit einem Bier und dem schärfsten thailändischen Essen gefeiert, das ich bisher hatte. Aber lecker wars. Heute geht es jetzt weiter an die Grenze nach Laos. Da es dort scheinbar keine Geldautomaten gibt, haben wir uns mit einigen Dollars bewaffnet, falls wir uns nicht mehr melden, wurden wir ausgeraubt und arbeiten als Fischer am Mekong River.
Chiang Mai Fotos auf Picasa 

Montag, 6. Juni 2011

Ab in die Berge...

Dieser Post ist von Donnerstag dem 2. Juni, ich kam noch nicht dazu ihn früher hochzuladen:

Von Lobpuri aus fuhren wir mit dem Nachtzug nach Chiang Mai. Die Fahrt dauerte 12 Stunden und war sehr angenehm. Das Personal war, wie bisher immer in Thailand, sehr freundlich und die Betten schön weich. Unterwegs haben wir Lisa kennengelernt die erst einen Tag zuvor in Thailand angekommen ist und sich uns angeschlossen hat. Unser Hostel hatten wir im vorraus online gebucht. Es wird von einem Engländer und seiner thailändischen Frau geführt und wir haben sozusagen eine Rundumbetreuung was Ausflüge und Tips angeht.


Chiang Mai ist die größte Stadt in Nordthailand und ein beliebtes Ziel für Rucksackreisende. Die Stadt liegt in einem Tal in den Bergen und ist in Anbetracht der Einwohnerzahl recht ruhig. Wir hatten gehofft dass es etwas kühler ist hier, der Unterschied ist aber leider kleiner als gedacht unter 30 Grad fällt das Quecksilber auch hier nicht.

Den ersten Tag in Chiang Mai bummelten wir ein wenig durch die Stadt. Die Hauptattraktionen hier sind, wer hätte das gedacht, Tempel... 200 Stück an der Zahl. Wir wurden Zeuge der Segnung eines neuen Autos durch einen Mönch. Es hatte nach der Segnung zwar immernoch keine Nummernschilder aber immerhin...

Tags darauf liehen wir uns Roller bzw. Mopeds aus. ( konnten uns noch nicht wirklich einigen ob das Roller oder Mopeds sind) Mit unseren Gefährten fuhren wir drei dann in einen ca. 35km entfernten Nationalpark. Dort gingen wir dann in einem vergleichsweise braunen Bach baden. Zu Anfangs waren wir noch etwas skeptisch wegen der Farbe des Wassers aber nach kurzer Zeit ohne Wind bei weit über 30 Grad erschien uns das Wasser dann doch sauber genug. Sehr erfrischend.

Anschließend fuhren wir zu einem Tempel auf einem Berg. Von dort aus hat man eine prima Aussicht auf das Tal und die Stadt Chiang Mai. Als wir zu unseren Mopedrollern zurück kamen mussten wir leider feststellen das einer einen Platten hat. Mist, was nun. Glücklicherweise half uns ein netter Thai. Er rief einen Herrn Chang an der dann eine Weile später auf seinem Moped mit einem Beiwagen voll Reparaturwerkzeug den Berg hinaufkam um uns einen neuen Schlauch zu montieren. Er hat uns dafür 5 Euro berechnet und alle waren glücklich. Abends wieder in Chiang Mai angekommen waren wir dann total fertig, zerstochen und teilweise recht angebrannt. Bier trinken, Nudeln essen und dann ab ins Bett...





















Nachdem wir uns gestern mit dem Verkehr und den Verkehrsrichtlinien (Regeln können es nicht sein, da hier so ein bisschen jeder macht wie er grad denkt...) vertraut gemacht haben sind wir heute eine größere Runde gefahren. Es ging 90km durch das Mae Song Valley. Lisa und ich teilten uns einen Mopedroller, Kathi durfte allein auf einem fahren. Die Straßen sind in einem erstaunlich guten Zustand und die Landschaft ist wunderschön. Zwischendurch haben wir an einem einsamen Wasserfall eine Pause eingelegt. Die nächsten zwei Tage geht es dann mit Elefanten, zu Fuß und per Boot durch den Regenwald.
Chiang Mai Fotos auf Picasa