Da ich zu unserer Schande gestehen muss, dass wir in letzten Zeit etwas schreibfaul geworden sind, werde ich jetzt mal eine Zusammenfassung der letzten eineinhalb Wochen liefern...
Mit dem Sleeperbus ging es von Hoi An nach Nha Trang. Nach einigen Diskussionen mit dem stoischen Buspersonal konnte unsere deutsch-englische Reisegruppe auch endlich die selbsterwählten Sitze beziehen (vietnamesische Busfahrer haben meiner Ansicht neben einem Aufmerksamkeitsdefizit auch geringfügig Autoritätskomplexe und möchten immer gerne bestimmen, wer wo sitzt und das aus Prinzip). Geschlafen haben wir aber nicht viel in dem fahrenden Eisschrank, da zum einen die Klimaanlage zu kalt war und zweitens jeder um sein Leben gefürchtet hat. Ich hab mich sogar angeschnallt, in meinem Liegesitz! Ein ähnliches Fahrgefühl muss man in dem fliegenden Bus aus Harry Potter bekommen.
Morgens um 5 kamen wir in Nha Trang an, dem bekanntesten Strandort Vietnams. Man kann sich gar nicht vorstellen, was vor Sonnenaufgang dort schon los ist! Hunderte Menschen jeden Alters joggen, walken und wuseln durch die Stadt. Die ganze Strandpromenade ist übersät mit Aerobikgruppen a la Chi Gong.

Nach dem Frühstück haben wir uns ein Hotel gesucht, gefolgt von der einheimischen Schlepperbande auf Rollern, die uns kontinuierlich in irgendwelche Kaschemmen ziehen wollten. Der Strand in Nha Trang ist wirklich schön und wahnsinnig lang. Jede vorstellbare Wassersportart wird angeboten und Julien hat das ausgenutzt um seine Windsurf-Fähigkeiten weiter auszubauen.
Da ich mir dank des fahrenden Eisschrankes eine schöne Erkältung eingefangen hatte, hab ich mich auf den Sonnenliegen-Sport beschränkt. Das Nachtleben ist übrigens auch nicht zu verachten in Nha Trang, allerdings füge ich hier dann doch lieber Bilder von Juliens Surfkünsten bei :-)


Freitags sind wir weiter nach Mui Ne gefahren, einem kleinem Fischerdorf zwischen Nha Trang und Saigon mit wunderschönem Strand. Dort haben wir uns in einem Beachresort bezahlbare Zimmer erhandelt und mit Rollern die Gegend erkundet, bis wir von der Polizei angehalten wurden. Da keiner von uns einen vietnamesischen Führerschein besitzt haben wir eine "Strafe" (Julien nennt es eher Schmiergeld) von umgerechnet 7€ bezahlt und wurden mit einem Lächeln und Schulterklopfen zurück auf die Straße geschickt.
Eine Sehenswürdigkeit in Mui ne sind die gelben Sanddünen, ein riesiger Sandkasten für Erwachsene und durchaus wert sie zu besichtigen.

Auf dem Heimweg wurden wir von Sintflut-artigem Regen überrascht und sind in einen kleinen Shop am Straßenrand geflüchtet. Das haben die Jungs gleich ausgenutzt und sich neue Shorts gekauft. Als Ausgleich habe ich zurück im Beachresort einen neuen Bikini bekommen :-) Schweigebikini quasi.
Da die "Open Tour" Busse für Sonntag ausgebucht waren, haben wir nur noch Tickets für den öffentlichen Bus nach Saigon (Ho Chi Min City) bekommen und sind in einer beigefarbenen Büchse auf Rädern mit unseren Rucksäcken unter und auf den Knien und hin und wieder mal einer Kakerlake auf dem Boden weiter Richtung Süden gefahren.
Gestern Abend haben wir dann erst einmal gebührend in Juliens Geburtstag reingefeiert, was in Saigon auch nicht schwer fällt. Heute gab es bereits Geburtstagskuchen und morgen werden wir die Stadt einmal richtig erkunden, doch was ich bisher gesehen habe, gefällt mir schon richtig gut.

Insgesamt haben wir in Vietnam jetzt 2.194 km mit dem Bus hinter uns gebracht und ich würde uns gerne die goldene Hupe verleihen, aber noch ist kein Ende in Sicht. Für Mittwoch haben wir gerade den Bus nach Phnom Phen in Kambodscha gebucht, mit extra bequemen Sitzen, man lernt ja dazu ;-)
Fotos aus Nha Trang
Fotos aus Mui Ne
PS: Zum Abschluss noch ein Beispiel für die Verkehrssituation in Saigon...
