In der Nacht in meinen Geburtstag hinein haben wir sehr international gefeiert. Zusätzlich zu den Engländern mit denen wir ohnehin schon die letzten Wochen reisen haben wir mit drei Indern gefeiert die als Köche in Saigon arbeiten. Da Kathi und ich immer noch absolut keine Lust auf indisches Essen haben, sind wir allerdings nicht in deren Restaurant gegangen.
Stattdessen trafen wir uns, nachdem wir ordentlich ausgeschlafen hatten, mit Bernd zum Abendessen. Er ist sozusagen ein "Freund eines Freundes", Facebook machts möglich. Nach 5 Monaten in Saigon kennt er sich gut aus und konnte uns direkt mit Empfehlungen versorgen. Tags darauf besuchten wir das "War Remnants Museum" in welchem US Kriegsgerät und viele Informationen über die Schrecken des Krieges ausgestellt sind. An mancher Stelle mischt sich leider etwas politische Propaganda in die Beschreibungen einzelner Bilder oder Artefakte. Die Flächenbombardements und chemischen Waffen die von den USA über dem Norden des Landes abgeworfen wurden, sind jedoch nicht zu leugnen und sehr erschreckend. Verschwiegen wird von dem Regime natürlich, dass nach dem Sieg über den Süden des Landes viele Südvietnamesen in "Umerziehungslagern" den Tod fanden.
Am Ende stellt man sich wieder mal die Frage: "Warum das ganze Leid?". Eine zufriedenstellende Antwort darauf ist irgendwie nicht zu finden.
Abends trafen wir uns wieder mit Bernd in einem Straßenlokal in einer kleinen Gasse. Spezialität dort ist BBQ vom Tischgrill. Und klar, billiges Bier gab es da natürlich auch. Anschließend sind wir wieder in "unsere" Bar gegangen in welcher wir an meinem Geburtstag die ganze Nacht gefeiert haben. Man kennt uns da jetzt ;)
Da unser Visum auslief mussten wir Vietnam nach drei Wochen nun wieder verlassen. Glücklicherweise gibt es inzwischen Busse die Saigon mit Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas, direkt verbinden. Unser Bus fuhr morgens um zehn von Saigon ab. Ian, Mitglied unserer temporären deutsch-englischen Reisegruppe, hat die Nacht zuvor soviel gefallen am feiern gefunden, dass er verschlafen hat und wir ihn erstmal wecken und zum Bus geleiten mussten. Die Busfahrt war eine absolute Überraschung. Zuvor sind wir in Vietnam meist recht rüde in fragwürdige Gefährte mit viel zu wenig Platz gepackt worden und hatten die ein oder andere Auseinandersetzung mit den Busbegleitern. Diesmal ganz anders. Wir hatten Sitzplatznummern, soviel Platz wie in der Business Class und der Busbegleiter hat gar nicht mehr aufgehört zu lächeln. Selbst der Fahrer ist nur halb-wahnsinnig gefahren und nicht volkommen bescheuert wie auf den letzten Busfahrten. An der Grenze hat der Busbegleiter sogar sämtliche Visa-Formalitäten erledigt.
Grundentspannt sind wir so nach Kambodscha gefahren. Die Landschaft Kamboschas, die wir vom Bus aus betrachten konnten, war wunderschön. Da das Flachland hier während der Regenzeit größtenteils unter Wasser steht, ist die Straße erhöht gebaut. Es ist als würde man auf einem Damm entlangfahren. Die Häuser sind fast alle auf Pfählen gebaut, ebenfalls wegen dem Wasser. Neues Land alles anders... Fast alles, Tuk-Tuk Fahrer warten auch in Kambodscha an der Bushaltestelle und preisen Hotels an von denen sie dann meist Komission kassieren. Unser Fahrer in Phnom Penh war allerdings dermaßen freundlich dass wir uns für die folgenden Tage direkt seine Telefonnummer geben ließen.
Saigon Bilder auf Picasa
»Fast alles, Tuk-Tuk Fahrer warten auch in Kambodscha an der Bushaltestelle und preisen Hotels an von denen sie dann meist Komission kassieren.«
AntwortenLöschenHarhar ... die bringt ihr sicher auch wieder mit nach Deutschland ... die folgen euch! ;)