Nach unserem kleinen Tempel Warm-Up auf den Hügeln rund um Battambang sind wir Flussabwärts per Boot nach Siem Reap gefahren. Laut Reiseführer sollte die Fahrt an sich nur um die sechs Stunden dauern in der Regenzeit. Hat dann allerdings acht Stunden gedauert. Nach den tausenden Kilometern in allerlei Gefährten sitzen wir die acht Stunden aber locker auf der linken Pobacke ab... Die Bootsfahrt hat sich absolut gelohnt. Der Fluss war schon in Battambang nicht allzu breit, mit der Zeit wurde er allerdings immer schmaler. Als dann noch Kurven zu bewältigen waren musste der Bootsführer sein ganzes können unter Beweis stellen. Zwei Leute vom Bootspersonal standen immer am Bug und haben die Richtung angezeigt in die der Bootsführer lenken soll. So richtig viel sieht der gute Mann nämlich von seinem Steuerrad aus nicht. Trotz dieses ausgeklügelten Systems ist das Boot schlussendlich doch einige Male in die Büsche und Bäume am Rand des Flusses gefahren. Ich habe zu dem Zeitpunkt mit einigen anderen Reisenden auf dem Dach des Boots gesessen und wir sind ein wenig durch die Gegend gepurzelt.
Nach jedem dieser unfreiwilligen Stopps wurde das Boot wieder vom Land aus Richtung Fluss geschubst und es konnte weiter gehen...
Nicht nur die Fahrt an sich, auch die Umgebung war spektakulär. Auf dem Fluß leben viele Menschen in schwimmenden Häusern. Es gibt keine Straße zu diesen Häusern also verbringen die Bewohner den Großteil ihres Lebens auf dem Fluß. Die größte Ansammlung an Häusern hatte sogar eine schwimmende Sporthalle. Die kleineren haben weder Strom, dafür aber viel fließendes Wasser...unterm Haus versteht sich.
Angekommen in Siem Reap haben wir uns in einem sehr schönen Hotel einquartiert. Ungefähr sechs Kilometer von der Stadt beginnt das Areal mit den Tempeln von Angkor. Es ist kaum zu glauben, aber es sind hunderte von Tempeln die hier verteilt stehen. Zwei Tage lang sind wir mit einem Tuk-Tuk verschiedene Tempel besichtigen gefahren.
Den bekanntesten und größten Tempel, Angkor Wat, haben wir uns für den dritten Tag aufgehoben.
Die Tempel sind allesamt eindrucksvoll und unterscheiden sich stark voneinander.
Heute an unserem dritten Tempeltag sind wir morgens um fünf! Uhr mit Fahrrädern zum Angkor Wat gefahren. Natürlich um den Sonnenaufgang zu sehen was jeder Reiseführer empfiehlt. Da fünf Uhr echt verflucht früh ist hatten wir eigentlich erwartet mehr oder weniger alleine am Tempel zu sein... Denkste. Begrüßt wurden wir zunächst, wie gewohnt, von allerlei Verkäufern die auch um halb sechs Uhr Morgens wenig Verständnis dafür zeigen dass man kein Buch, T-Shirt, Kaffee, Kokosnuss, Maultrommel oder sonstwas kaufen möchte. Nachdem wir gefühlte hundert mal angesprochen wurden, hatten wir es dann leicht genervt in den Angkor Wat geschafft. Um dort festzustellen dass es verdammt viele Leute gibt die so früh aufstehen. Das sollte im Reiseführer erwähnt werden finde ich ...
Der Sonnenaufgang war an diesem Tag leider recht unspektakulär. Der Tempel durchaus groß, aber nicht mein Favorit und Morgenmuffel sind wir nebenbei bemerkt auch. War eine schöne Erfahrung aber wenn man schon so früh aufsteht würde ich einen Tempel empfehlen der nicht als Top-Empfehlung in jedem Reiseführer steht.
Heute werden wir, falls wir nicht einschlafen, noch ein wenig durch die Bars von Siem Reap ziehen um dann morgen früh mit dem Bus nach Bangkok zu fahren.
Fotos aus Siem Reap auf Picasa
Ein kleiner Nachtrag noch zu der Kakerlake: Bloß nicht probieren ! Auch nicht mit Kochkäse, Kakerlake schmeckt so wie Pferdemist riecht.
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