Samstag, 18. Juni 2011

In the Tube in Vang Vieng

Mittwoch sind wir mit einem Minibus von Luang Prabang aus nach Vang Vieng gefahren. Die Rucksäcke wurden höchst professionell auf dem Dach festgeschnallt und los ging es. Für die 175 km haben wir schlappe 6,5 Stunden durch die Berge gebraucht und mir ist im Viertelstunden-Takt schlecht geworden. Etwas grün bin ich abends um acht am Busbahnhof ausgestiegen. Von der TukTuk Mafia eingesammelt gingen wir auf Hostelsuche. (Für alle zukünftigen Vang Vieng Besucher: Es bringt rein gar nichts sich gegen die dreisten Taxipreise zu wehren, die TukTuk Mafia hat sich abgesprochen und wenn man den Preis nicht akzeptiert fahren einfach alle weg!).
Vang Vieng ist ursprünglich ein kleines verschlafenes Nest auf dem Weg zwischen Luang Prabang und der laotischen Hauptstadt Vientiane gewesen, bis ein Laote mit Geschäftssinn auf die Idee kam, auf dem nahe gelegenen Fluss das heute berüchtigte "Tubing" anzubieten. Daraufhin wuchs die Gästezimmer-Anzahl in dieser Provinz von ca. 4 in 1996 auf ca. 900 heute. Vor allem junge Backpacker auf der ersten Reise nach dem Abi sind ganz verrückt nach dem Tubing, bei dem man in einem LKW Reifen flussabwärts getrieben wird und sich nach Belieben von unzähligen Bars am Ufer mit Tauen und Rettungsringen an den Steg ziehen lassen kann. Die verschiedenen Bars werben mit Free Cocktails for Girls, Free Wiskey Shots, Free was auch immer.
Ja, es handelt sich eigentlich nur um die Kombination zwischen „sich in einem LKW Reifen treiben lassen“ und einer riesigen Party. Was das für die kleine Stadt bedeutet, haben wir dann abends auf dem Weg ins Restaurant festgestellt. Halbnackte Anfang 20jährige mit Neon-Farben bemalt, voll trunken und grölend auf den Straßen, mit halb leeren Eimern mit irgendwelchen Mischgetränken – Entschuldigung, könnten Sie bitte den kleinen Kevin-Malte aus dem Ballermann 6 Kindergarten abholen? In diesem Moment beschlossen wir, an diesem Event nicht teilzunehmen. Später am Abend trafen wir mal wieder die zwei Französinnen (inkl. eines Holländers), denen wir bereits in Indien und in Chiang Rai begegnet waren und verabredeten uns irgendwie doch zum Tubing am nächsten Tag. So viel zu unserer Entscheidungsmentalität. Ich muss aber dazu sagen, dass wir festgelegt haben, sehr seriös und ohne dieses alberne Party-getue tuben zu gehen. Vielleicht ein, zwei Bier und schön den Fluss entlang treiben lassen gen Sonnenuntergang.

Ja.... also... ungefähr 16 Stunden später fand ich mich auf einem Party Bootssteg wieder, in der Hand einen free-Cocktail for Girls und zu den Killers hüpfend, bis dann ein Brett unter meinen Füßen von unserem Getanze nachgab und zerbrach. Mir ist aber nichts passiert. Als es dann noch eine schwer talentierte Blondine neben mir schaffte, in das sehr sichtbare Loch einzubrechen, haben wir die Heimreise im Tube angetretren. Achso, zuvor haben wir uns übrigens ganz viel Mühe gegeben seriös zu bleiben und uns von den Animateuren der ersten Bar gleich mal zu eine Runde Bier-Pong überreden lassen. Das Spiel fanden wir so prima, dass wir es in Bar 2 auch gespielt haben. In Bar 3 haben wir dann die free Shots mitgenommen und in Bar 4 Matsch Tauziehen und Matsch Volleyball (in der Suppe bis zu den Knien) Mädels gegen Jungs gespielt. In Bar 5 haben wir die super Rutsche und den Sprungturm in den Fluss mitgenommen und in Bar 6 die free Cocktails for Girls... bis die Latte brach ;-) naja, und dann waren es noch 4 km im LKW Reifen bis nach Hause. Da hab ich doch seit langem tatsächlich mal wieder etwas gefroren gegen Abend. Nun gut, das zum Thema seriös Tuben. Zumindest hatten wir einen Haufen Spaß und alle haben einige blauen Flecken von Steinen und Reifen und Tauen oder was auch immer davon getragen. Weiterhin lässt sich festhalten, dass Holländer, wenn auch Seefahrernation, nicht in der Lage sind, auf Dauer in einem LKW Reifen zu schippern, ohne zu kentern. Ahoi!

PS: Es gibt von diesem glorreichen Tag leider keine Bilder, da wir erstens keine wasserdichte Cam hatten und zweitens keine Beweise wollten. Also hänge ich einfach ein Bild von einem der blauen Flecken an.

1 Kommentar:

  1. Klingt ja nach einer Mega-Party. Und schon wieder bin ich neidisch :-)

    Gruß
    Ralf

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