Sonntag, 3. Juli 2011

Weiter Richtung Süden

Zugfahren ist in Vietnam doppelt so teuer wie Busfahren. Sparsam wie wir sind rumpelten wir daher von Hanoi aus über Nacht 12 Stunden mit einem Sleeper-Bus Richtung Süden nach Hue. Die Schlafgelegenheiten im Bus sind für Westler etwas knapp bemessen und man muss sich ziemlich zusammenfalten. Die Nacht verbrachten wir folglich irgendwo im Dämmerzustand zwischen schlafend und wach.

In Hue ist weitaus weniger Verkehr als in Hanoi. Da wir ja inzwischen mehr Erfahrung auf Rollern haben als jede durchschnittliche deutsche Rollergang trauten wir es uns zu den Straßenverkehr ein bisschen aufzumischen. Mit den Rollern sind wir dann von Hue aus 12km an den Strand gefahren wo wir eine Gruppe von drei Engländern kennenlernten. Unterwegs gab es viele Reisfelder zu sehen (wie überall hier) und einigen Staub zu schlucken. Da wir uns mit den Engländern so gut verstanden, beschlossen wir Tags darauf zusammen mit Rollern loszuziehen um ein wenig die Umgebung zu erkunden. Die drei sind leider noch nie in ihrem Leben Zweirad gefahren und Vietnam ist an sich auch der denkbar schlechteste Ort um fahren zu lernen. In Vietnam herrscht Rechtsverkehr, da Ian glücklicherweise in England keinen Führerschein hat ist er durch die Linksfahrerei noch nicht versaut. Somit war es naheliegend ihm Fahren beizubringen und die anderen beiden bei Kathi und mir auf den Rücksitz zu packen. Ich kann es Ian nicht verdenken dass er verdammt nervös und zittrig war, irgendwie haben wir es aber dann doch aus der Stadt heraus geschafft und mit der Zeit ist er richtig routiniert geworden. Der Tag in den Feldern und Dörfern war traumhaft.

Die Sehenswürdigkeiten haben wir in Hue komplett links liegen gelassen und sind nach zwei Nächten weiter Richtung Süden nach Hoi An gefahren. Hoi An ist eine kleine Stadt, die Altstadt liegt an einem Fluß und ist Weltkulturerbe. Überall hängen Lampignons, die alles wunderschön beleuchten. Die Restaurants sind ebenfalls spitze, der perfekte Ort um ein paar Tage zu verbringen. Mit ein wenig Verhandlungsgeschick haben wir ein Spitzenhotel in der Altstadt für 15 Dollar die Nacht bekommen. Das beste Hotel unserer Reise, Riesenpool, Blümchen auf dem Bett und eine Klimaanlage die aus dem Zimmer mit Leichtigkeit einen Kühlschrank macht.


Mit unseren englischen Freunden haben wir schließlich Abends noch eine Bar gefunden und recht lange und heftig Gefeiert. Nachdem wir einen Tag gebraucht hatten um uns von der Feierei zu erholen war es wieder mal Zeit für einen Rollerausflug. Unser Ziel war es den "Wolkenpass" zu überqueren der ungefähr auf halber Strecke zwischen Hoi An und Hue liegt. Die Bergkette über die der Pass führt ist eine natürliche Wettergrenze und die Wolken, die von Norden kommen bleiben dort hängen. (Und das ist auch gut so, weil wir dadurch hier im Süden verdammt gutes Wetter haben... Süden rulez!!!)

Auf dem Weg zum Wolkenpass mussten wir Da Nang durchqueren, eine etwas größere Stadt. Da wir in der Mittagshitze aufgebrochen sind, war in Da Nang überhaupt kein Verkehr und ich wunderte mich warum dort so große Straßen mit drei Spuren für jede Richtung existieren. Der Wolkenpass selbst hat uns absolut begeistert, es ist sicherlich eine der schönsten Strecken der Welt.
Nach Überquerung des Passes haben wir eine Pause eingelegt und zu Mittag gegessen. Auf dem Rückweg haben wir dann auch herausgefunden warum es in Da Nang so große Straßen und Kreisverkehre gibt. In der Rush Hour fühlt man sich mit seinem Roller wie in einem Fischschwarm. Es grenzt an ein Wunder, dass das Ganze so reibungslos funktioniert. An diesem Ausflugstag sind wir innerhalb von 5 Stunden 140km gefahren und hatten gegen Ende echt genug. Irgendwie hab ich auch den Eindruck dass meine Ohren einen leichten Schaden hatten von der ganzen Huperei überall.
Tags drauf schauten wir uns den alten Tempel "My Son" an, der etwas außerhalb von Hoi An liegt. Es war verdammt warm und ein Großteil der Anlage wurde leider in den sechziger Jahren zerbombt. Recht nett anzuschauen war es trotzdem, da wir aber mehr Zeit im Bus verbracht haben als in der Tempelanlage hat sich das ganze nicht allzu sehr gelohnt.

Heute Abend fahren wir mit einem Übernachtbus nach Na Thrang, einem Badeort direkt am Strand, wo wir morgen früh um 6 völlig übermüdet und mit Verspannungen ankommen werden...
Fotos auf Picasa

5 Kommentare:

  1. Hallo ihr Lieben, wir freuen uns, von Euch zu hören und die schönen Bilder zu sehen. Auch wir haben Wolkenhimmel, aber niedrigere Temperaturen in Trondheim. Da es hier nachts nicht dunkel wird, ist dann die Hölle los und Papa hatte viel am Hotelfenster zu gucken. Leider ist das Bier sehr teuer (8 Euro/Glas), aber die Masse der Leute auf der Strasse schafft es dennoch, sich so viel Stoff zu besorgen, dass sie sich torkelnd fortbewegen.
    Liebe Grüße aus Norwegen
    Mama

    AntwortenLöschen
  2. Also für mich sieht der Bus bequemer aus als der in Indien... ;-) Man hat die 60 cm offensichtlich für sich alleine...
    Super schöne Bilder habt ihr da gemacht, gibt wohl auch die passenden Motive... Traumhaft!
    Liebe Grüße
    Simone

    AntwortenLöschen
  3. Ich hätte gern den Ulf in diesem "Bett" gesehen !

    Gruß Bendi

    AntwortenLöschen
  4. Der Ulf würde die 12 Stunden nicht überstehen :-)
    Ich hab ja schon Probleme meine Beine auszustrecken...

    LG Kathi

    AntwortenLöschen
  5. Die Bierpreise hier könnten dem Ulf durchaus helfen 12 Stunden irgendwie zu überstehen. Das frisch gezapfte kostet so zwischen 10 und 15 cent...
    Hier sind ebenfalls immer Leute wach und verfolgen uns mit ihren "Motorradtaxis", ich dreh noch durch... Selbst heute morgen um fünf waren die schon unterwegs und wollten uns in diverse Hotels schleppen.

    AntwortenLöschen