Sonntag, 24. Juli 2011

Back to Bangkok

Gestern sind wir morgens um 8.00 in Siem Reap Richtung Thailand gestartet. Erst ca. 4 Stunden in einem großen Bus bis zur Grenze, dann lustiges in der Schlange stehen zum Ausreisen aus Kambodscha, zu Fuß über die Grenzen laufen, wieder in der Schlange stehen zum Einreisen nach Thailand. Dann sind wir wie Hühner in einen Pickup gequetscht worden, bis wir in einen geringfügig größeren Minibus gesetzt wurden und weitere 3 Stunden bis Bangkok gefahren sind. Hört sich stressig an? War es auch, allerdings im Endeffekt auch sehr kurzweilig durch Taka, den Japaner, der neben mir saß und mir verschiedene japanische Spiele und lustige Wörter beigebracht hat. Außerdem hat er meinen Namen ins Japanische übersetzt und er bedeutet: (Ka) Feuer (thi) König/in oder Königreich. Ich würde es also ab jetzt vorziehen mit Eure Feuerhoheit angesprochen zu werden. Ernsthaft!
Hier der Grund, warum ich im Pickup etwas Angst um meinen Rucksack hatte:
In Bangkok angekommen mussten wir natürlich erst einmal Juliens MC Donalds Bedürfnis stillen (man hat ja schließlich Prioritäten!) und nach 2 Monaten Big Mac Abstinenz ist ja auch irgendwann mal gut. Dann ist mal eben die Welt untergegangen und hat ganz Bangkok und insbesondere die Khao San Road in ein Planschbecken verwandelt. Bis es wieder besser wurde, haben wir ein Bierchen mit unserem neuen Freund Taka und seinem japanischen Chef getrunken.
Danach sind wir zum Hotel geschwommen und haben fest gestellt, dass die Tasche, die wir vor 2 Monaten hier abgestellt haben, tatsächlich noch im Lagerraum stand. Beeindruckend! Heute Morgen sind wir seit langem mal wieder richtig ausgeschlafen aufgewacht, um dann an der Rezeption zu erfahren, dass wir für die Überfahrt nach Koh Tao Island morgen wieder um 5 Uhr aufstehen dürfen. Danke!! :) Mit viel Glück finden wir dort auch noch ein bezahlbares Hotel in Strand-nähe und einen Schnuppertauchtag haben wir auch bereits gebucht. Mal sehen, ob es mich überzeugen kann.

Es grüßt Euch,
Eure Feuerhoheit Kathi

Samstag, 23. Juli 2011

Tempel, Tempel und nochmals Tempel


Nach unserem kleinen Tempel Warm-Up auf den Hügeln rund um Battambang sind wir Flussabwärts per Boot nach Siem Reap gefahren. Laut Reiseführer sollte die Fahrt an sich nur um die sechs Stunden dauern in der Regenzeit. Hat dann allerdings acht Stunden gedauert. Nach den tausenden Kilometern in allerlei Gefährten sitzen wir die acht Stunden aber locker auf der linken Pobacke ab... Die Bootsfahrt hat sich absolut gelohnt. Der Fluss war schon in Battambang nicht allzu breit, mit der Zeit wurde er allerdings immer schmaler. Als dann noch Kurven zu bewältigen waren musste der Bootsführer sein ganzes können unter Beweis stellen. Zwei Leute vom Bootspersonal standen immer am Bug und haben die Richtung angezeigt in die der Bootsführer lenken soll. So richtig viel sieht der gute Mann nämlich von seinem Steuerrad aus nicht. Trotz dieses ausgeklügelten Systems ist das Boot schlussendlich doch einige Male in die Büsche und Bäume am Rand des Flusses gefahren. Ich habe zu dem Zeitpunkt mit einigen anderen Reisenden auf dem Dach des Boots gesessen und wir sind ein wenig durch die Gegend gepurzelt.

Nach jedem dieser unfreiwilligen Stopps wurde das Boot wieder vom Land aus Richtung Fluss geschubst und es konnte weiter gehen...
Nicht nur die Fahrt an sich, auch die Umgebung war spektakulär. Auf dem Fluß leben viele Menschen in schwimmenden Häusern. Es gibt keine Straße zu diesen Häusern also verbringen die Bewohner den Großteil ihres Lebens auf dem Fluß. Die größte Ansammlung an Häusern hatte sogar eine schwimmende Sporthalle. Die kleineren haben weder Strom, dafür aber viel fließendes Wasser...unterm Haus versteht sich.


Angekommen in Siem Reap haben wir uns in einem sehr schönen Hotel einquartiert. Ungefähr sechs Kilometer von der Stadt beginnt das Areal mit den Tempeln von Angkor. Es ist kaum zu glauben, aber es sind hunderte von Tempeln die hier verteilt stehen. Zwei Tage lang sind wir mit einem Tuk-Tuk verschiedene Tempel besichtigen gefahren.

Den bekanntesten und größten Tempel, Angkor Wat, haben wir uns für den dritten Tag aufgehoben.
Die Tempel sind allesamt eindrucksvoll und unterscheiden sich stark voneinander.
Heute an unserem dritten Tempeltag sind wir morgens um fünf! Uhr mit Fahrrädern zum Angkor Wat gefahren. Natürlich um den Sonnenaufgang zu sehen was jeder Reiseführer empfiehlt. Da fünf Uhr echt verflucht früh ist hatten wir eigentlich erwartet mehr oder weniger alleine am Tempel zu sein... Denkste. Begrüßt wurden wir zunächst, wie gewohnt, von allerlei Verkäufern die auch um halb sechs Uhr Morgens wenig Verständnis dafür zeigen dass man kein Buch, T-Shirt, Kaffee, Kokosnuss, Maultrommel oder sonstwas kaufen möchte. Nachdem wir gefühlte hundert mal angesprochen wurden, hatten wir es dann leicht genervt in den Angkor Wat geschafft. Um dort festzustellen dass es verdammt viele Leute gibt die so früh aufstehen. Das sollte im Reiseführer erwähnt werden finde ich ...

Der Sonnenaufgang war an diesem Tag leider recht unspektakulär. Der Tempel durchaus groß, aber nicht mein Favorit und Morgenmuffel sind wir nebenbei bemerkt auch. War eine schöne Erfahrung aber wenn man schon so früh aufsteht würde ich einen Tempel empfehlen der nicht als Top-Empfehlung in jedem Reiseführer steht.
Heute werden wir, falls wir nicht einschlafen, noch ein wenig durch die Bars von Siem Reap ziehen um dann morgen früh mit dem Bus nach Bangkok zu fahren.

Fotos aus Siem Reap auf Picasa

Ein kleiner Nachtrag noch zu der Kakerlake: Bloß nicht probieren ! Auch nicht mit Kochkäse, Kakerlake schmeckt so wie Pferdemist riecht.

Mittwoch, 20. Juli 2011

Wundervolles Kambodscha - Von Phnom Penh nach Battambang

An unserem ersten Tag in Phnom Penh haben wir uns direkt die Killing Fields in Choeung Ek angesehen. Dabei handelt es sich um eine riesige Grabstätte von über 17.000 Menschen, die in den 70er Jahren von den Roten Khmer deportiert und umgebracht wurden. Die Gesamtzahl der Opfer der Roten Khmer beläuft sich auf ca. zwei Millionen Menschen, was damals gut einem Drittel der Bevölkerung entsprach. Auf den Massengräbern wurde eine Gedenkstätte, sowie ein Museum errichtet. Ein 10 Meter hohe Vitrine zeigt geborgene Schädel und Knochen und erinnert so an die Verbrechen dieser Zeit. Kambodscha besitzt eine grausame Historie und gerade deshalb ist es wunderbar anzusehen, wie nett, freundlich und ausgelassen die Menschen hier sind, zumal der Bürgerkrieg noch nicht lange vorüber ist. Für 6 Dollar haben wir uns mit den Engländern zusammen einen Guide geleistet, was im Nachhinein wirklich sinnvoll war.
Das Nachlesen der Geschichte Kambodschas auf Wikipedia lohnt sich auf jeden Fall.



Abends hat Julien tatsächlich gemeint, er müsste eine frittierte Kakerlake probieren, die Bilder füge ich in der richtigen Reihenfolge zu allgemeinen Erheiterung bei:


Am zweiten Tag haben wir die Stadt zu Fuß erkundet. Neben vielen Sehenswürdigkeiten, haben wir auch einen riesigen Markt entdeckt und uns endlich mal wieder mit neuen FlipFlops eingedeckt. Ade meine geliebten alten roten Flippies, ihr habt mit brav durch Indien, Thailand, und Laos getragen, doch an Vietnam seid ihr gescheitert...
Am besten gefiel uns der Königspalast, mit der wunderschönen "Silver-Pagoda", einer Pagode mit silbernen Bodenplatten und goldener Innenausstattung.
Am nächsten Morgen nahmen wir den ersten Bus weiter nach Battambang. Von der Stadt an sich, war ich nicht wirklich überzeugt, mit dem Flair Phnom Pens konnte sie nicht mithalten, dafür gab es rund um die Stadt einiges zu erkunden. Vorgestern haben wir uns beispielsweise ein Kajak ausgeliehen und sind den nah gelegenen Fluss 11 km entlang gepaddelt. Das war zwar nicht ganz günstig, aber die Aussicht war traumhaft. Von beiden Uferseiten haben uns die Kinder zugewunken und wir mussten im ZikZak Kurs um die Fischer mit ihren riesigen Netzen paddeln. Zudem kommen die Einnahmen des Kajak Verleihs der örtlichen Schule zu Gute.
Gestern haben wir uns ein TukTuk für den ganzen Tag gemietet und sind zu dem berühmt berüchtigten "Bamboo-Train" gefahren, einem selbst gebastelten Gefährt aus leichtem Bambusholz, mit dem die Dorfbewohner fernab der Straße ihre Waren über die normalen Bahn-Gleise transportieren konnten. Mittlerweile dient der Bamboo-Train eher als Touristenattraktion und man kann Fahrten für 1 Std. buchen. Wie schnell dieses wahnwitzige Gefährt tatsächlich in einer Höhe von 30 cm über die Schienen brettert, kann ich gar nicht sagen, nur so viel: Wenn man darauf sitzt kommt es einem abartig schnell vor! Die ersten 100 Meter hab ich die Luft angehalten vor Angst. Und laut ist das vielleicht!!! Aber man gewöhnt sich ja an alles und irgendwas hat es Spaß gemacht. Hier noch ein Bild meines anfänglichen Gemütszustandes:
Danach ging es zu den obligatorischen Tempeln, die - wie soll es auch anders sein - beide jeweils auf einem Berg lagen und über Stufen zu erreichen waren. Tolle Aussicht, aber von Stufen habe ich jetzt genug. Unser TukTuk hatte übrigens keine Federung und die meisten Straßen sind nicht geteert. Zurück in Deutschland muss ich unbedingt zum Chiropraktiker.

Bilder Phnom Penh
Bilder Battambang

Sonntag, 17. Juli 2011

Von Saigon bis Phnom Penh

In der Nacht in meinen Geburtstag hinein haben wir sehr international gefeiert. Zusätzlich zu den Engländern mit denen wir ohnehin schon die letzten Wochen reisen haben wir mit drei Indern gefeiert die als Köche in Saigon arbeiten. Da Kathi und ich immer noch absolut keine Lust auf indisches Essen haben, sind wir allerdings nicht in deren Restaurant gegangen.

Stattdessen trafen wir uns, nachdem wir ordentlich ausgeschlafen hatten, mit Bernd zum Abendessen. Er ist sozusagen ein "Freund eines Freundes", Facebook machts möglich. Nach 5 Monaten in Saigon kennt er sich gut aus und konnte uns direkt mit Empfehlungen versorgen. Tags darauf besuchten wir das "War Remnants Museum" in welchem US Kriegsgerät und viele Informationen über die Schrecken des Krieges ausgestellt sind. An mancher Stelle mischt sich leider etwas politische Propaganda in die Beschreibungen einzelner Bilder oder Artefakte. Die Flächenbombardements und chemischen Waffen die von den USA über dem Norden des Landes abgeworfen wurden, sind jedoch nicht zu leugnen und sehr erschreckend. Verschwiegen wird von dem Regime natürlich, dass nach dem Sieg über den Süden des Landes viele Südvietnamesen in "Umerziehungslagern" den Tod fanden.

Am Ende stellt man sich wieder mal die Frage: "Warum das ganze Leid?". Eine zufriedenstellende Antwort darauf ist irgendwie nicht zu finden.

Abends trafen wir uns wieder mit Bernd in einem Straßenlokal in einer kleinen Gasse. Spezialität dort ist BBQ vom Tischgrill. Und klar, billiges Bier gab es da natürlich auch. Anschließend sind wir wieder in "unsere" Bar gegangen in welcher wir an meinem Geburtstag die ganze Nacht gefeiert haben. Man kennt uns da jetzt ;)

Da unser Visum auslief mussten wir Vietnam nach drei Wochen nun wieder verlassen. Glücklicherweise gibt es inzwischen Busse die Saigon mit Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas, direkt verbinden. Unser Bus fuhr morgens um zehn von Saigon ab. Ian, Mitglied unserer temporären deutsch-englischen Reisegruppe, hat die Nacht zuvor soviel gefallen am feiern gefunden, dass er verschlafen hat und wir ihn erstmal wecken und zum Bus geleiten mussten. Die Busfahrt war eine absolute Überraschung. Zuvor sind wir in Vietnam meist recht rüde in fragwürdige Gefährte mit viel zu wenig Platz gepackt worden und hatten die ein oder andere Auseinandersetzung mit den Busbegleitern. Diesmal ganz anders. Wir hatten Sitzplatznummern, soviel Platz wie in der Business Class und der Busbegleiter hat gar nicht mehr aufgehört zu lächeln. Selbst der Fahrer ist nur halb-wahnsinnig gefahren und nicht volkommen bescheuert wie auf den letzten Busfahrten. An der Grenze hat der Busbegleiter sogar sämtliche Visa-Formalitäten erledigt.

Grundentspannt sind wir so nach Kambodscha gefahren. Die Landschaft Kamboschas, die wir vom Bus aus betrachten konnten, war wunderschön. Da das Flachland hier während der Regenzeit größtenteils unter Wasser steht, ist die Straße erhöht gebaut. Es ist als würde man auf einem Damm entlangfahren. Die Häuser sind fast alle auf Pfählen gebaut, ebenfalls wegen dem Wasser. Neues Land alles anders... Fast alles, Tuk-Tuk Fahrer warten auch in Kambodscha an der Bushaltestelle und preisen Hotels an von denen sie dann meist Komission kassieren. Unser Fahrer in Phnom Penh war allerdings dermaßen freundlich dass wir uns für die folgenden Tage direkt seine Telefonnummer geben ließen.
Saigon Bilder auf Picasa

Montag, 11. Juli 2011

Von Nha Trang über Mui Ne nach Saigon

Da ich zu unserer Schande gestehen muss, dass wir in letzten Zeit etwas schreibfaul geworden sind, werde ich jetzt mal eine Zusammenfassung der letzten eineinhalb Wochen liefern...
Mit dem Sleeperbus ging es von Hoi An nach Nha Trang. Nach einigen Diskussionen mit dem stoischen Buspersonal konnte unsere deutsch-englische Reisegruppe auch endlich die selbsterwählten Sitze beziehen (vietnamesische Busfahrer haben meiner Ansicht neben einem Aufmerksamkeitsdefizit auch geringfügig Autoritätskomplexe und möchten immer gerne bestimmen, wer wo sitzt und das aus Prinzip). Geschlafen haben wir aber nicht viel in dem fahrenden Eisschrank, da zum einen die Klimaanlage zu kalt war und zweitens jeder um sein Leben gefürchtet hat. Ich hab mich sogar angeschnallt, in meinem Liegesitz! Ein ähnliches Fahrgefühl muss man in dem fliegenden Bus aus Harry Potter bekommen.
Morgens um 5 kamen wir in Nha Trang an, dem bekanntesten Strandort Vietnams. Man kann sich gar nicht vorstellen, was vor Sonnenaufgang dort schon los ist! Hunderte Menschen jeden Alters joggen, walken und wuseln durch die Stadt. Die ganze Strandpromenade ist übersät mit Aerobikgruppen a la Chi Gong.
Nach dem Frühstück haben wir uns ein Hotel gesucht, gefolgt von der einheimischen Schlepperbande auf Rollern, die uns kontinuierlich in irgendwelche Kaschemmen ziehen wollten. Der Strand in Nha Trang ist wirklich schön und wahnsinnig lang. Jede vorstellbare Wassersportart wird angeboten und Julien hat das ausgenutzt um seine Windsurf-Fähigkeiten weiter auszubauen.
Da ich mir dank des fahrenden Eisschrankes eine schöne Erkältung eingefangen hatte, hab ich mich auf den Sonnenliegen-Sport beschränkt. Das Nachtleben ist übrigens auch nicht zu verachten in Nha Trang, allerdings füge ich hier dann doch lieber Bilder von Juliens Surfkünsten bei :-)
Freitags sind wir weiter nach Mui Ne gefahren, einem kleinem Fischerdorf zwischen Nha Trang und Saigon mit wunderschönem Strand. Dort haben wir uns in einem Beachresort bezahlbare Zimmer erhandelt und mit Rollern die Gegend erkundet, bis wir von der Polizei angehalten wurden. Da keiner von uns einen vietnamesischen Führerschein besitzt haben wir eine "Strafe" (Julien nennt es eher Schmiergeld) von umgerechnet 7€ bezahlt und wurden mit einem Lächeln und Schulterklopfen zurück auf die Straße geschickt.
Eine Sehenswürdigkeit in Mui ne sind die gelben Sanddünen, ein riesiger Sandkasten für Erwachsene und durchaus wert sie zu besichtigen.
Auf dem Heimweg wurden wir von Sintflut-artigem Regen überrascht und sind in einen kleinen Shop am Straßenrand geflüchtet. Das haben die Jungs gleich ausgenutzt und sich neue Shorts gekauft. Als Ausgleich habe ich zurück im Beachresort einen neuen Bikini bekommen :-) Schweigebikini quasi.
Da die "Open Tour" Busse für Sonntag ausgebucht waren, haben wir nur noch Tickets für den öffentlichen Bus nach Saigon (Ho Chi Min City) bekommen und sind in einer beigefarbenen Büchse auf Rädern mit unseren Rucksäcken unter und auf den Knien und hin und wieder mal einer Kakerlake auf dem Boden weiter Richtung Süden gefahren.
Gestern Abend haben wir dann erst einmal gebührend in Juliens Geburtstag reingefeiert, was in Saigon auch nicht schwer fällt. Heute gab es bereits Geburtstagskuchen und morgen werden wir die Stadt einmal richtig erkunden, doch was ich bisher gesehen habe, gefällt mir schon richtig gut.
Insgesamt haben wir in Vietnam jetzt 2.194 km mit dem Bus hinter uns gebracht und ich würde uns gerne die goldene Hupe verleihen, aber noch ist kein Ende in Sicht. Für Mittwoch haben wir gerade den Bus nach Phnom Phen in Kambodscha gebucht, mit extra bequemen Sitzen, man lernt ja dazu ;-)

Fotos aus Nha Trang
Fotos aus Mui Ne

PS: Zum Abschluss noch ein Beispiel für die Verkehrssituation in Saigon...

Sonntag, 3. Juli 2011

Weiter Richtung Süden

Zugfahren ist in Vietnam doppelt so teuer wie Busfahren. Sparsam wie wir sind rumpelten wir daher von Hanoi aus über Nacht 12 Stunden mit einem Sleeper-Bus Richtung Süden nach Hue. Die Schlafgelegenheiten im Bus sind für Westler etwas knapp bemessen und man muss sich ziemlich zusammenfalten. Die Nacht verbrachten wir folglich irgendwo im Dämmerzustand zwischen schlafend und wach.

In Hue ist weitaus weniger Verkehr als in Hanoi. Da wir ja inzwischen mehr Erfahrung auf Rollern haben als jede durchschnittliche deutsche Rollergang trauten wir es uns zu den Straßenverkehr ein bisschen aufzumischen. Mit den Rollern sind wir dann von Hue aus 12km an den Strand gefahren wo wir eine Gruppe von drei Engländern kennenlernten. Unterwegs gab es viele Reisfelder zu sehen (wie überall hier) und einigen Staub zu schlucken. Da wir uns mit den Engländern so gut verstanden, beschlossen wir Tags darauf zusammen mit Rollern loszuziehen um ein wenig die Umgebung zu erkunden. Die drei sind leider noch nie in ihrem Leben Zweirad gefahren und Vietnam ist an sich auch der denkbar schlechteste Ort um fahren zu lernen. In Vietnam herrscht Rechtsverkehr, da Ian glücklicherweise in England keinen Führerschein hat ist er durch die Linksfahrerei noch nicht versaut. Somit war es naheliegend ihm Fahren beizubringen und die anderen beiden bei Kathi und mir auf den Rücksitz zu packen. Ich kann es Ian nicht verdenken dass er verdammt nervös und zittrig war, irgendwie haben wir es aber dann doch aus der Stadt heraus geschafft und mit der Zeit ist er richtig routiniert geworden. Der Tag in den Feldern und Dörfern war traumhaft.

Die Sehenswürdigkeiten haben wir in Hue komplett links liegen gelassen und sind nach zwei Nächten weiter Richtung Süden nach Hoi An gefahren. Hoi An ist eine kleine Stadt, die Altstadt liegt an einem Fluß und ist Weltkulturerbe. Überall hängen Lampignons, die alles wunderschön beleuchten. Die Restaurants sind ebenfalls spitze, der perfekte Ort um ein paar Tage zu verbringen. Mit ein wenig Verhandlungsgeschick haben wir ein Spitzenhotel in der Altstadt für 15 Dollar die Nacht bekommen. Das beste Hotel unserer Reise, Riesenpool, Blümchen auf dem Bett und eine Klimaanlage die aus dem Zimmer mit Leichtigkeit einen Kühlschrank macht.


Mit unseren englischen Freunden haben wir schließlich Abends noch eine Bar gefunden und recht lange und heftig Gefeiert. Nachdem wir einen Tag gebraucht hatten um uns von der Feierei zu erholen war es wieder mal Zeit für einen Rollerausflug. Unser Ziel war es den "Wolkenpass" zu überqueren der ungefähr auf halber Strecke zwischen Hoi An und Hue liegt. Die Bergkette über die der Pass führt ist eine natürliche Wettergrenze und die Wolken, die von Norden kommen bleiben dort hängen. (Und das ist auch gut so, weil wir dadurch hier im Süden verdammt gutes Wetter haben... Süden rulez!!!)

Auf dem Weg zum Wolkenpass mussten wir Da Nang durchqueren, eine etwas größere Stadt. Da wir in der Mittagshitze aufgebrochen sind, war in Da Nang überhaupt kein Verkehr und ich wunderte mich warum dort so große Straßen mit drei Spuren für jede Richtung existieren. Der Wolkenpass selbst hat uns absolut begeistert, es ist sicherlich eine der schönsten Strecken der Welt.
Nach Überquerung des Passes haben wir eine Pause eingelegt und zu Mittag gegessen. Auf dem Rückweg haben wir dann auch herausgefunden warum es in Da Nang so große Straßen und Kreisverkehre gibt. In der Rush Hour fühlt man sich mit seinem Roller wie in einem Fischschwarm. Es grenzt an ein Wunder, dass das Ganze so reibungslos funktioniert. An diesem Ausflugstag sind wir innerhalb von 5 Stunden 140km gefahren und hatten gegen Ende echt genug. Irgendwie hab ich auch den Eindruck dass meine Ohren einen leichten Schaden hatten von der ganzen Huperei überall.
Tags drauf schauten wir uns den alten Tempel "My Son" an, der etwas außerhalb von Hoi An liegt. Es war verdammt warm und ein Großteil der Anlage wurde leider in den sechziger Jahren zerbombt. Recht nett anzuschauen war es trotzdem, da wir aber mehr Zeit im Bus verbracht haben als in der Tempelanlage hat sich das ganze nicht allzu sehr gelohnt.

Heute Abend fahren wir mit einem Übernachtbus nach Na Thrang, einem Badeort direkt am Strand, wo wir morgen früh um 6 völlig übermüdet und mit Verspannungen ankommen werden...
Fotos auf Picasa